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Essen & Trinken
26.10.2021

Ein armer Hirte – Erfinder des Käsefondues

Das erste Fondue wurde in der Region der westlichen Alpen zubereitet.
Das erste Fondue wurde in der Region der westlichen Alpen zubereitet. Bild: Pixabay
Der Legende nach wollte ein armer Hirte in den Schweizer Bergen seine eintönige, aus Käse und Brot bestehende, Nahrung etwas abwechlsungsreicher gestalten. Als er den Käse kochte, war das Fondue geboren.

Das Käsefondue gilt als Schweizer Nationalgericht, da es ein Schweizer erfunden hat. Die Savoyarden erheben wohl auch den Anspruch darauf, doch den lassen die Eidgenossen nicht gelten.

Armer Hirte soll Fondue erfunden haben

Das erste Fondue wurde in der Region der westlichen Alpen zubereitet. Die Region umfasst die Romandie in der Schweiz, das Piemont in Italien und Savoyen in Frankreich. Der Legende nach hatte ein armer Hirte in den Schweizer Bergen genug von seiner eintönigen Nahrung aus Brot und Käse und kam auf die Idee, den Käse zu kochen. Damit war das weit über die Schweizer Landesgrenze hinaus bekannte und beliebte Käsefondue geboren.

Doch vielleicht solle man noch etwas weiter zurückgehen. So wird in Homers «Illias» bereits ein Gericht beschrieben, das aus geriebenem Ziegenkäse, Mehl und Wein bestand und über dem Feuer geschmolzen wurde.

Der Ursprung ist nicht klar

Rund 2500 Jahre nach Homer gab es ein neues Fonduerezept von der Zürcherin Anna Margarethe Gessner 1699 in ihrem Kochbuch. Darin beschrieb sie ausführlich, wie das Gericht aus geschmolzenem Käse zubereitet wird. Niemand weiss aber wirklich genau, wer das Fondue erfunden hat. Doch die Tradition wird nach wie vor nirgends so gepflegt wie in der Schweiz, und die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass das Fondue von einem Älpler erfunden wurde.

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Fondue in den Küchen der Schweizer Armee aufgenommen, danach verbreitete es sich rasant in allen Kantonen. Vielleicht waren es Touristen, die das Fondue nach ihrem Aufenthalt in der Schweiz zu Hause nachkochten und es so überall bekannt wurde.

Unzählige Varianten

Es gibt inzwischen unzählige Arten von Käsefondue. Die Mischung macht es aus. Die italienische Variante, «Fonduta Valdostana» besteht aus italienischem Fontinakäse, Milch, Butter, Eigelb, handgehobeltem Trüffel und in Scheiben geschnittenen Champignons. Für dieses Fondue werden geröstete Weissbrotwürfel in Käse getaucht. Besonders ist auch, dass der geschmolzene Käse in tiefe Terrakotta-Teller gefüllt und serviert wird.

Längst gibt es neben dem Käsefondue das Fleisch- oder Fischfondue. Das Fondue bourguigonne ist auch als Fettfondue bekannt, weil das Fleisch im Fett im Pfännchen auf dem Rechaud gebraten wird. Das Fondue Chinoise unterscheidet sich darin, dass das Fleisch in der Brühe gekocht wird. Es ist die asiatische Variante.

Fondue-Rezept

Zutaten für vier Personen

1 bis 2 Knoblauchzehen, halbiert.
800 g Fondue-Käsemischung, geraffelt, z.B. Fondue moitié-moitité oder vom Käser gemischt
4 TL Maisstärke
3,5 dl Weisswein
1 TL Zitronensaft
1 Gläschen Kirsch à ca. 2.4 cl
Pfeffer, Muskat

Dazu 600 bis 800 g Brot, gewürfelt.

Rezept: Swissmilk

Patricia Rutz/Goldküste24