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Sport Regional
31.05.2022
29.06.2022 05:14 Uhr

Die Wiederauferstehung des Rekordmeisters

Der Sieg im Cupfinal gegen Schweizer Meister Pfadi Winterthur war die Krönung einer bemerkenswerten Saison von GC Amicitia Zürich.
Der Sieg im Cupfinal gegen Schweizer Meister Pfadi Winterthur war die Krönung einer bemerkenswerten Saison von GC Amicitia Zürich. Bild: Bild zvg
Die Saison von GC Amicitia Zürich endete im Playoff-Halbfinal gegen Kadetten Schaffhausen. Mit dem Cupsieg und der Top-4-Platzierung spielte der Abstiegskandidat der letzten Jahre die erfolgreichste Spielzeit seit über einer Dekade. Die Wiederauferstehung des Handball-Rekordmeisters im Rückblick.

Elad Ben-Am

«Es ist jedem klar, dass die Situation schwierig ist.» Dies waren die ersten ­öffentlichen Worte von Petr Hrachovec, als er im Januar 2021 das QHL-Team von GC Amicitia Zürich übernahm. Die Hoppers lagen mit gerade mal 4 Punkten aus 17 Spielen auf dem zweitletzten Tabellenplatz und befanden sich in akuter Abstiegsnot, zumal die Formkurve gegen Ende der Hinrunde steil nach unten zeigte. Nur wenige Wochen später stiess auch der erfahrene Sportchef Gabor Vass zu den Zürchern. Sowohl Hrachovec wie Vass waren zuvor beim Ligakrösus Kadetten Schaffhausen erfolgreich tätig und brachten viel Professionalität und Leidenschaft für den Handball mit in die Limmatstadt.

Klassenerhalt und Umbruch

Der Wechsel in der sportlichen Führung machte sich rasch auf dem Feld bemerkbar. GC Amicitia zeigte sich in der Rückrunde stark verbessert und setzte zu einer Aufholjagd an, an deren Ende die acht Punkte Rückstand auf den Playoff-Platz bis auf einen Zähler reduziert werden konnte. Auch wenn den Hoppers zum Ende der Hauptrunde der RTV Basel noch hauchdünn vor der Playoff-Sonne stand, liess die positive Entwicklung die Zürcher mit viel Selbstvertrauen in die Playouts gegen den TV Endingen gehen, die man denn auch mit drei Siegen deutlich für sich entschied.

In der darauffolgenden Sommerpause folgte ein Umbruch mit nicht weniger als 14 Mutationen. Zahlreiche junge ­Eigengewächse aus der traditionell erfolgreichen Nachwuchsabteilung wurden fix in das NLA-Kader aufgenommen. Dieses wurde mit erfahrenen Spielern intelligent verstärkt. «Bei der Zusammenstellung der Mannschaft haben wir besonderes Augenmerk auf die Mentalität und den Charakter gelegt», beschreibt Sportchef Gabor Vass die sportliche Philosophie.

Nach dem goldenen Herbst …

Und dieser Fokus sollte sich auszahlen. Trotz der vielen Wechsel fand sich die junge Mannschaft schnell und begeisterte in der neuen Saison mit intensivem und mutigem Handball. Es folgte ein goldener Herbst mit Siegen gegen deutlich höher eingeschätzte Teams wie Kriens-Luzern, St. Otmar St. Gallen, Wacker Thun oder Schweizer Meister Pfadi Winterthur. Und selbst der Ligadominator aus Schaffhausen musste im November den ersten Punkt der laufenden Saison gegen die «jungen Wilden von der Saalsporthalle» abgeben.

… mit dem Cupsieg beeindruckt

Mit den Siegen stieg das Selbstvertrauen und so liess sich die Mannschaft auch durch die zahlreichen gewichtigen Absenzen im Verlaufe der Saison nicht aus der Bahn werfen. Mit dem Cupsieg und der Qualifikation für die Playoff-Halbfinals krönte sie schliesslich eine beeindruckende Entwicklung. Eine Entwicklung, die im Januar 2021 begann und noch keineswegs abgeschlossen ist.

Elad Ben-Am