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Aus dem Gemeinderat
27.05.2022
26.06.2022 20:14 Uhr

Für Lärmflitzer braucht es nun Lärmblitzer

Urs Riklin
Urs Riklin Bild: zvg
Der Polizei scheint es offensichtlich an Instrumenten zu fehlen, um das Problem effektiv anzugehen.

Urs Riklin, Gemeinderat Grüne, Kreis 3

Statistisch betrachtet hat wohl jede oder jeder Zweite von Ihnen, der oder die hier am Lesen ist, bei den Erneuerungswahlen im Februar ihre oder seine Stimme einigen Parlamentariern abgegeben. Sollte Ihre Stimme zufälligerweise auf mich gefallen sein, vielen herzlichen Dank dafür! Ich freue mich, weiterhin Zürich mitgestalten zu dürfen und zu überlegen, wie wir gemeinsam das eben beschlossene Netto-null-Ziel so schnell wie möglich erreichen können. Und falls Sie Ihre Stimme anderen Personen gegeben haben: Schön, dass Sie trotzdem am Ball bleiben und hier weiterlesen möchten!

Anfang Mai hat nun der neu zusammengesetzte Gemeinderat seinen Betrieb aufgenommen. Für mich ist es spannend, zu sehen, wie wir uns in der neuen Zusammensetzung im Parlament erst mal noch finden müssen. Mehr als ein Viertel der Mitglieder wurde mit neuen Personen besetzt. Und sehr erfreulich ist das Parlament jünger und weiblicher geworden. Ich bin gespannt, ob und wie sich dadurch die Debattenkultur verändern wird. Ich hoffe, dass mehr inhaltliche Debatten geführt und weniger Polemik geschürt wird. Ich wünsche auf jeden Fall allen einen guten Start und in diesem Sinne ein gutes Gelingen.

Hitzige Debatten entstehen aber nicht nur bei heissem Sommerwetter (ja, in der Messehalle 9, in der der Rat tagt, ist es aktuell sehr heiss). Mit den steigenden Temperaturen erleben wir nämlich nicht bloss eine Invasion der Köcherfliege entlang der Limmat, sondern auch eine Invasion von lauten Brummern und Flitzern in der übrigen Stadt: übermotorisierte Fahrzeuge, die durch technische Manipulationen und mutwilliges Hochdrehen der Motoren laut knattern, knallen und heulen und auf diese Weise unnötigen Lärm produzieren. Dies ist nicht einfach nur lästig, der Lärm raubt vielen Stadtbewohnerinnen und -bewohnern auch den Schlaf.

Das Strassenverkehrsgesetz hält zwar fest, dass mit Autos und Töffs kein unnötiger Verkehrslärm ver­ursacht werden darf. Doch manche Autoposerin oder mancher Töfffahrer scheint sich darum zu foutieren. Sie finden es offenbar gut, die Aufmerksamkeit mit extra produziertem Lärm auf sich zu lenken. Und der Polizei scheint es offensichtlich an Instrumenten zu fehlen, um das Problem effektiv anzu­gehen. Das ist, bei all dem Lärm, nur sehr schwer verständlich.

Darum habe ich mit Roland Hohmann von den Grünen diesen Frühling einen Vorstoss im Gemeinderat eingereicht. Mit dem Vorstoss soll die Stadtpolizei die Möglichkeit erhalten, im Rahmen eines Pilotversuchs Lärmblitzer auszutesten. Auf diese Weise kann sie herausfinden, ob sich solche Geräte zur Bekämpfung dieser Lärmquelle eignen oder ­ob es dazu andere Massnahmen braucht.

Ich bin gespannt, wie die Ergebnisse dazu ausfallen werden, und wünsche der Stadtpolizei in diesem Sinne ein gutes Gelingen. Mehr Lärm dazu folgt!

 

 

In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben Volksvertreterinnen und Volksvertreter regelmässig einen Beitrag. Alle im Stadtparlament vertretenen Parteien bekommen hierzu regelmässig Gelegenheit. Die Schreibenden äussern im Beitrag ihre persönliche Meinung.

Urs Riklin, Gemeinderat Grüne, Kreis 3