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Kultur
30.06.2022
30.06.2022 18:56 Uhr

Magische Kinonächte am Zürihorn – 22 x 2 Tickets zu gewinnen

Das Allianz Cinema rechnet auch in diesem Sommer mit einer hohen Auslastung.
Das Allianz Cinema rechnet auch in diesem Sommer mit einer hohen Auslastung. Bild: Allianz Cinema
Wenn sich im Juli und August die Leinwand über dem See am Zürihorn gegen Himmel hebt, begleitet von Filmmelodien und glänzenden Augen im Publikum, sorgt das Allianz Cinema 31 Tage lang für cineastische Stunden.

Das Open-Air-Kino am malerischen Zürcher Seeufer gehört fest zum Zürcher Kulturjahr und bietet Platz für rund 1750 Menschen. Seit über 30 Jahren werde es durchgeführt und sei jeweils zu rund 95 bis 100 Prozent ausgelastet, erklärt Peter Hürlimann, CEO der Firma Cinerent, die das Allianz Cinema veranstaltet. «Rund 60 Prozent aller Tickets werden von Frauen ­gekauft», betont Hürlimann und ergänzt, dass im Allianz Cinema keine Gefahr bestehe, blöd angemacht zu werden.

Tatsächlich ist das Publikum sehr entspannt. So hat es in 30 Jahren nie Probleme gegeben. Nur das Ändern der Filmmelodien beim Erheben der Leinwand sorgte für Reaktionen. «Auf das Drängen von einigen Mitarbeiterinnen habe ich vielleicht drei Stücke ausgetauscht. An diesem Abend haben die Leute reklamiert», sagt er und lächelt. Seither sei wieder die bekannte Zusammenstellung zu hören.

Bevor die erste Sekunde Film über die Leinwand flackert, baut das Team in elf Tagen die Infrastruktur am Zürihorn auf – von der Tribüne mit Technik über die sanitären Anlagen bis zur Gastronomie. Dabei ist die grösste Herausforderung der Publikumsverkehr. Der Bereich um das Gelände ist öffentlich und man versucht, dass sich niemand gestört fühlt.

Trotzdem wird jeweils mit Security gearbeitet, weil immer wieder Interessierte in die Baustelle schlendern. Das Material wird heute in Containern geliefert und erst im Areal ausgepackt. So ist die Logistik besser planbar. «Man sieht aber am letzten Abend, wenn sich das Team vor der Leinwand versammelt, wie viele Menschen im Einsatz sind. Ich erschrecke jeweils selbst», sagt Hürlimann. Er schätze die Zahl auf ungefähr 60 Personen.

Widerstand zum Trotz zum Erfolg

Als Peter Hürlimann die Idee zum Open-Air-Kino hatte, stiess er auf Widerstand. «Damals gab es ein Kartell aus dem Kinobesitzer- und dem Verleiher-Verband. Das ist aus der Nazi-Zeit hervorgegangen, weil man verhindern wollte, dass deutsche Filme in der Schweiz gezeigt werden», erzählt Hürlimann. So konnte er keine Filme lizenzieren, weil er kein Kinobesitzer war. Er blieb hartnäckig. «Es musste eine Einigung her, was zu grossem Streit führte. Der Streit endete damit, dass ich 20 Prozent der Einnahmen abgeben musste», sagt er. Das Open-Air-Kino wurde ein grosser Erfolg.

Breite Filmpalette unter freiem Himmel

 

Das Allianz Cinema bietet auch dieses Jahr ein breites Programm. Metakino liefert Penélope Cruz als Regisseurin in «Official Competition» und Nicolas Cage, der in «Massive Talent» sich selbst spielt. Zudem werden Arthouse-Lieblinge wie «Drunk» von Thomas Vinterberg und «Parallel Mothers» von Pedro Almodóvar gezeigt.

Mit Brad Pitt als glücklosem Killer in «Bullet Train» oder Chris Evans und Ryan Gosling als Spione in «Gray Man» kommt Action auf die Leinwand. Oscar-Flair gibt es mit Anthony Hopkins in «The Father» und mit Denis Villeneuves «Dune». Ebenfalls nicht ausser Acht gelassen werden darf der Schweizer Film «Soul of a Beast». Das komplette Programm gibt es hier online.

«Plötzlich hiess es, dass die Kino­besitzer nicht den Rest der Schweiz sperren dürfen», erzählt Hürlimann. Das wollten die Kinobesitzer nicht. So wurde gestritten und schlussendlich eine Einigung zu Gunsten des heutigen Allianz Cinema gefunden. «Aber ich habe den Kino­besitzern 550 000 Franken gezahlt. Ich nenne das gerne Mafia-Steuer», ergänzt er mit einem Schmunzeln. Wenn alle Filme gezeigt wurden, bleibt die über eine Million teure Leinwand nicht im Zürichsee stehen, sondern reist per Schiff nach Sydney, wo  Hürlimanns Firma jeweils im Januar ebenfalls ein Open-Air-Kino betreibt.

Mit dem Zürichsee tief verankert

Die Verankerung im Zürichsee weist nach 30 Jahren keine Schäden auf. «Das sind zehn, zwölf Meter lange Rohre, die im See verankert wurden», erklärt Hürlimann. Dazu kommen zwei Adapter von sechs bzw. zwei Metern Länge, die an den Rohren angebracht sind, und ein Rohr nach vorne, damit die Leinwand wie ein Tisch über dem Wasser hängt. «Wenn wir diese Rohre rausnehmen würden, wären sie wie neu, weil sie versiegelt sind», erklärt Hürlimann. Die Leinwand im Zürichsee muss Windgeschwindigkeiten von bis 96 km/h standhalten. Darum ist die Idee mit dem Abklappen entstanden. Die Chance, dass der Wind genau in den zwei bis drei Stunden, in denen die Leinwand aufgerichtet ist, so stark bläst, ist gering.

Das Allianz Cinema berührt die Menschen. Ein Besucher namens Freddy sitzt vermutlich seit den ersten Tagen in jeder Vorstellung. «Irgendwann haben wir Freundschaft geschlossen und haben ihm auch mal einen Pass geschenkt», so Hürlimann. «Jemand kommt jedes Jahr und feiert den Geburtstag der Grossmutter. Andere haben sich am Zürihorn kennen gelernt und geheiratet», fügt er an und bringt damit die Magie auf den Punkt: Das Allianz Cinema ist familiär und menschlich.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Online-Kultur-Magazin Bäckstage.ch
Den ausführlichen Hintergrundbericht über das Allianz Cinema lesen Sie hier.

Verlosung

Die Lokalinfo verlost 22 x 2 Ticket-­Gutscheine für das Allianz Cinema, das vom 21. Juli bis 21. August am Zürihorn stattfindet.

Um an der Verlosung teilzunehmen, einfach das folgende Formular mit der Betreffzeile «Allianz Cinema» ausfüllen. Teilnahmeschluss ist der 14. Juli.

Keine Korrespondenz über die Verlosung. Rechtsweg ausgeschlossen. Die Gewinner der Verlosung werden dem Ausschreiber bekannt gegeben.

Patrick Holenstein