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Sport Regional
26.05.2022
29.06.2022 05:27 Uhr

«Privileg, Teil der Lions-Family zu sein»

Bild: Mehrere hundert Matchberichte schrieb der Presseverantwortliche im Laufe der Jahre. (Bilder: zvg)
Hans Peter Rathgeb ist seit 20 Jahren Presseverantwortlicher der GCK Lions. Gut und gern gegen 1000 Matchberichte hat er über die Jahre für den «Küsnachter» geschrieben. Eine weitere Saison will der 73-Jährige noch anhängen.

Hans Peter Rathgeb findet viele Worte auf die Frage, was denn so speziell ist für sein andauerndes Engagement bei den GCK Lions. Etwas sticht hervor: «Das Privileg, Teil der Lions-Family zu sein.» Los ging es mit dem Eishockey in Rapperswil, hier ist Rathgeb aufgewachsen und hier lebt der heutige Single heute wieder. Ausnahme waren seine Auslandaufenthalte in der Tourismusbranche, viele Jahre verbrachte er auch in New York.  Einst spielte der kleine Hans Peter als Junior bei den Rapperswil-Jona Lakers und berichtete später als freier Journalist über den Klub für die lokale Zeitung. Drei Leidenschaften begleiten sein Leben: Eishockey, Reisen und Schreiben.

Es fehlen die Zuschauer

So ist es rückblickend auch nicht verwunderlich, dass Rathgebs Weg zu den GCK Lions führte. Seit 20 Jahren ist er Presseverantwortlicher und sitzt auf dem Presseplatz der Tribüne, wo immer auch sein Club spielt – daheim in Küsnacht oder auswärts. «Ich verfolge das Geschehen auf dem Eis ‹ganz tief›. Kein Detail entgeht mir, auch nicht, wie viele Zuschauer anwesend sind.» Und in Küsnacht sind es leider wenige, etwas, das ihn leicht nervt. Denn hier auf der KEK werden Talente geschmiedet. Kein Club in der Schweiz, der nicht Spieler aus Küsnacht hat. Ein Sprungbrett für viele, um nur zwei Namen zu nennen: Denis Malgin und Sven Adrighetto waren sogar in der NHL und sind jetzt zurück. Dass Rathgeb den Werdegang vieler begleiten durfte, macht ihn sichtlich stolz und «erwärme sein Herz». Diese Jungs aus Küsnacht, die in der National League, Swiss League oder im Ausland im Einsatz sind.

Überzeugungsarbeit ist gefragt

Hampi, so bekannt im weiten Kreis der ZSC Lions, berichtet in verschiedenen Medien über die Matches der GCK Lions. Im «Küsnachter» sind nachgerechnet während seiner Zeit sicher mehrere hundert Berichte zusammengekommen. Als Presseverantwortlicher betreut Rathgeb die Medien und ist auch Ansprechperson für sie. Der Umtriebige mag zwar, wie er sagt, nicht im Vordergrund stehen, aber im Kontakt sein, das Vernetzen, das ist ihm gegeben. Überrumpelt habe ihn mal eine unerwartete Liveschaltung eines Walliser Lokalradios: «Aber ich kann reden, das haben Sie sicher gemerkt.» Und Sprachen spricht er nebenbei auch.

Offene Gefühlsausbrüche bekomme er manchmal direkt zu spüren. Haben die GCK Lions verloren, seien die Spieler natürlich «hässig» und möchten den Medien nicht Red und Antwort stehen. «Dann braucht es etwas Überzeugungsarbeit.» Hans Peter Rathgeb scheint nimmermüde. Kürzlich zurück aus Brasilien und schon ist sein Terminkalender wieder voll. Nebenbei fährt er Tixi Taxi, eine Fahrt zum Spital mit einer betagten Dame steht bevor. Eine weitere Überraschung hält der stattliche Mann bereit. Unerwartet stimmt er im schönsten Bariton den «Papageno» an. Er sei ausgebildeter Opernsänger, natürlich nicht mehr ­aktiv und doch seiner einstigen Passion als Mediensprecher der Operettenbühne Hombrechtikon noch verbunden.

Neue Home Base für GCK Lions

Im Moment fahren auf der KEK Bagger und Lastwagen auf. Hier erlebte der 15-jährige Hans Peter 1963 auf der Eisbahn einst das Spiel von Küsnacht gegen Rapperswil. Die Kunsteisbahn Küsnacht muss saniert werden und alle beheimateten Clubs weichen auf andere Trainingsorte aus. «Sie müssen wissen, schon 4-Jährige kommen morgens um 6 Uhr ins Training, das vor der Schule.» Die Wartezeit lohnt sich für die Jugendlichen, es erwartet sie im Herbst auch ab der Saison 2023/24 ein neues Klubhaus. Präsident und Mäzen des ZSC Lions, Walter Frey, ermöglicht es. Auf eine weitere Saison im kommenden Herbst, allerdings eine Übergangssaison in Oerlikon, freut sich auch Rathgeb. Und er hege die Hoffnung, dass sich zukünftig mehr Zuschauer auf der KEK einfinden werden.

Elsbeth Stucky