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Gesundheit
03.05.2022
29.06.2022 10:57 Uhr

«Alles neu macht der Mai, macht die Seele…»

Bild: Kein Monat feiert die Liebe so sehr wie der Mai. (Bild: Uwe Wagschal/Pixelio)
1818 schrieb der deutsche Schriftsteller Hermann Adam von Kamp das berühmte Frühlingslied «Alles neu macht der Mai». Der Text darin ist zeitlos. Er handelt von Neuanfängen und Wiedererwachen des Lebens.

«Alles neu macht der Mai, macht die Seele frisch und frei. Lasst das Haus, kommt hinaus! Windet einen Strauss!» So lauten die ersten Zeilen des Liedes. Es thematisiert das Erwachen der Natur nach den kalten Tagen, das Zurückkehren des Lebens in die Städte. Gerade auch viele Menschen blühen im Frühling wieder auf und wagen einen Neuanfang. Man wagt sich in noch unbekannte Gefilde. Sei dies eine neue Arbeitsstelle, eine neue Liebe oder den Eintritt in einen neuen Verein. Doch woher kommt die Aufbruchsstimmung zu dieser Jahreszeit?

Der Mai wird auch als Wonnemonat bezeichnet. Das Wort Wonne bedeutet frei übersetzt «höhere Freude». Psychologisch gesehen liegt dies an den steigenden Sonnenstunden. Das Schlafhormon Melatonin wird in den Wintermonaten, in denen die Nächte länger dauern, am stärksten gefördert. Dies führt dazu, dass auch tagsüber der Spiegel dieses Hormons höher ist. Sobald allerdings die Sonne wieder länger scheint, nimmt das Glückshormon Serotonin an Fahrt auf. Dies führt zu mehr Aktionswillen und Tatendrang. Ebenfalls wird vermutet, dass ein soziales Phänomen dahintersteckt. Um uns herum ist wieder mehr los, also sehen wir uns gezwungen, persönlich auch wieder aktiver zu werden.

Hoher Testosteronspiegel

Ausserdem feiert kein Monat die Liebe so sehr wie der Mai. Namensgeberin ist die römische Göttin Maia, welcher immer am ersten des Monats ein Fruchtbarkeitsopfer gewidmet wurde. Beim männlichen Geschlecht ist während dieser Jahreszeit der Testosteronspiegel besonders hoch. Das Hormon ist unter anderem für den Sexualtrieb verantwortlich. Während in dieser Zeit in der Tierwelt ein Trend in Sachen Zeugung zu beobachten ist, gilt dies bei den Menschen seit der Erfindung des künstlichen Lichts nicht mehr. Bis in die 70er-Jahre wurden im Mai die meisten Kinder gezeugt. Heute ist dies der Monat Dezember. Da Aussenfaktoren keine grosse Rolle mehr spielen, wurde der biologische von einem sozialen Rhythmus abgelöst.

Dominik Mächler