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Leserbrief
Zürich 2
27.06.2022

Seeufer enteignen? Ich würde mich schämen

Musiker unterhalten am Utoquai.
Musiker unterhalten am Utoquai. Bild: Lisa Maire
Wie der Quartierverein Wollishofen bemerkt, gibt es am Seeufer etwas Verbesserungspotenzial.

Wie der Quartierverein Wollishofen bemerkt, gibt es am Seeufer etwas Verbesserungspotenzial: An der Sommerabend-Feier im Schiff «Stäfa» beim GZ hat eine Person Geburtstag. Das wird mit einem Böller gefeiert. Um Mitternacht. Danke. Viele Anwohner aufrecht im Bett. Man sollte nicht so viel Lärm produzieren.

Es gibt aber auch Hunderte, anständige, gut erzogene Besucher. Jedoch auch einige Rücksichtslose. Die tun auf der Wiese alles, was in Badeanstalten verboten ist: Einweggrill = Löcher im Rasen, Sound-Blaster mit Maschinenmusik. Hunde, Frisbees, Haschisch und so weiter.

Der Quartierverein will das laute Gelände erweitern: Mit der bei Diktatoren üblichen Methode: Land stehlen. An der Tramstation «Post Wollishofen» fand ich zwei Kleber: «LSFA» «Linkes Seeufer für Alle» und «GIB AB» «Kibag enteignen». ASAP «As Soon As Possible». Eine bösartige Absicht: Enteignen?

Wenn ein böses Ziel mit einem «Quartierfest» getarnt wird, kann der Wollishofer den unlauteren Grund trotzdem riechen. Zur Erinnerung: Das Kibag-Areal ist ein Privatgrundstück. Kibag ist die umweltfreundlichste Firma Wollishofens: Ein Ledischiff voll Kies nach Utoquai und Wollishofen spart jede Woche 250 Lastwagenfahrten Obersee-Zürich. Seit achtzig Jahren! Mehr Ökologie und Nach­haltig geht nicht.

Diese Anstrengung für die Umwelt am See darf nicht für ein bisschen Lärm geopfert werden. «Kein enteignetes Seeufer!» Ich würde mich ­schämen.

Peter Brunner, 8038 Zürich