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Gesundheit
29.06.2022
29.06.2022 16:27 Uhr

Was hilft gegen Juckreiz bei Mückenstichen?

Mücken: lästige Essensgäste.
Mücken: lästige Essensgäste. Bild: marktindex.ch
Ein leises Sirren am Ohr, ein plötzlicher Juckreiz – und vorbei ist es mit der Nachtruhe. Aber was hilft gegen das lästige Jucken? Eis? Kühlgel? Angeschnittene Zwiebeln? Die Antwort überrascht.

Als gängigstes Hausmittel gegen Mückenstiche wird in der Regel Kühlen empfohlen. Auch geschnittene Zwiebeln oder Quark soll Wunder wirken. Kühlen ist im ersten Moment sicher keine schlechte Idee. Denn Mücken geben beim Biss in die Haut einen Stoff ab, der ein schnelles Gerinnen des Blutes verhindern soll. Dadurch kann sie sich ein wenig länger an der Blutmahlzeit gütlich tun. Dieser Stoff ist Schuld am penetranten Juckreiz und der Schwellung. Er enthält Proteine, gegen die das menschliche Abwehrsystem vorgeht, Histamin wird ausgeschüttet. Kälte verhindert, dass sich die Proteine aus dem Mückenspeichel weiter im Gewebe ausbreiten. Aber wer schon von einer Mücke gebissen wurde weiss: Kühlen allein bringt den Juckreiz nicht weg. Aber was dann? 

Hitze ist die Antwort

Die Antwort überrascht: Wärme. Und zwar mindestens 50 Grad Celsius – in Form eines kurzen Hitzeimpulses. Warum dies so ist, konnte die Wissenschaft noch nicht genau ermitteln. Vermutet wird, dass zum einen der Hitzeimpuls die Ausschüttung von Histamin hemmt. Zum anderen zerstört die Wärme die Proteine im Mückenspeichel. Juckreiz und Schwellung Adé. In der Regel funktioniert dies auch beim Biss oder Stich von anderen Insekten, zum Beispiel Flöhen, Wespen, Bienen oder Bremsen. 

Ein Löffel tut's auch

In Apotheken gibt es dafür spezielle thermische Stichheiler zu kaufen. Wer die Anschaffung scheut, kann sich auch mit einem Löffel und etwas heissem Wasser behelfen. Da man in den wenigsten Fällen ein Badethermometer zur Ermittlung der idealen Temperatur dabei hat: Lässt sich das Glas mit heissem Wasser noch knapp anfassen, ist die Temperatur auf gutem Weg. Löffel darin aufheizen und schleunigst auf die Stichstelle drücken. Rund fünf bis zehn Sekunden sollten reichen. Bei Kindern reichen in der Regel drei. Um Verbrennungen zu vermeiden: Sollte die Behandlung schmerzen, unbedingt aufhören. Wird kochendes Wasser verwendet, entweder warten bis es sich soweit abgekühlt hat, dass man das Glas wieder anfassen kann. Oder den Löffel darin aufheizen, kurz warten und testen, ob er sich schon schmerzfrei anfassen lässt. Die Gratwanderung ist vergleichbar mit dem Essen von heisser Suppe – zu heiss ist nicht ideal, zu kühl auch nicht. 

Der Juckreiz lässt nach der Behandlung relativ rasch nach. Geht die Schwellung nicht zurück oder kommt der Juckreiz wieder: einfach die Hitze-Behandlung wiederholen. Denn dann waren noch nicht alle Juckreiz-auslösenden Proteine zerstört. 

Franziska Kohler, Redaktion March 24 und Höfe 24