Home Quartiere Sport Regional Rubriken In-/Ausland
Sport Regional
04.07.2022
07.07.2022 12:32 Uhr

Höngg im Zeichen des Frauenfussballs

Frauen jeden Alters spielten am Sonntag um die Kategoriensiege.
Frauen jeden Alters spielten am Sonntag um die Kategoriensiege. Bild: Béatrice Christen
Am Martin-Cup in Höngg gab's eine Premiere. Passend zum baldigen Start der Fussball-EM in England organisierte der SV Höngg ein Fussballturnier allein für Frauen. 600 Kickerinnen nahmen teil.

Nach dem Corona bedingten Unterbruch fand der Martin Cup am Wochenende endlich wieder statt. Das traditionelle Plausch-Grümpi wurde auf den Spielfeldern auf dem Hönggerberg durchgeführt. Der Anlass ist jeweils ein Treffpunkt für Fussballfreunde und -freundinnen, aber für viele Besuchende auch ein Grund für geselliges Beisammensein auf dem Festplatz oder rund um das neue Clubhaus des Sportvereins Höngg.

T-Shirt für die Ukraine

Andrea Saluz, welcher das fünfte Mal als OK-Präsident des Martin Cups im Amt ist, freute sich, dass das Grümpi endlich wieder stattfinden konnte. Der Martin-Cup ist nämlich eines der ältesten Grümpelturniere in der Stadt Zürich. Saluz betonte gegenüber zürich24: «Ich bin sehr zufrieden, dass auch ein Teil der Sponsoren wieder dabei war. Stolz bin ich auch über den Einsatz der zahlreichen Junioren, welche sich freiwillig als Helfende engagiert haben». Doch auf dem Hönggerberg wurde nicht nur gefeiert. Die Organisatoren liessen die Gedanken auch an die Kriegsopfer in der Ukraine schweifen. Sie hatten ein spezielles Martin-Club-T-Shirt geschaffen, welches auf dem Hönggi erworben werden konnte - siehe auch Kasten am Artikelschluss.

Fussball querbeet

Die Stimmung war sportlich gut. Verschiedene Kategorien – neben anderen auch die Beizen –  hatten sich zum Grümpi eingefunden. Neben dem obligaten Verkleidungsturnier waren auch Vertreter der Zürcher Zünfte vor Ort. Doch leider hatte die Zunft Höngg auch dieses Jahr nicht viel Glück. Oder lag es wohl daran, dass sich die Gastgeber vornehm zurück hielten? Wer weiss denn das schon so genau?

 

Bild: Béatrice Christen

Hönggerberg gehörte den Frauen

Am Sonntag befand sich der Martin Cup in Frauenhand. Insgesamt fanden sich an diesem Tag sechzig Frauenfussballteams auf dem «Hönggi» ein, die gegeneinander spielten. Die Mädchen und jungen Frauen waren motiviert. Sie strahlten beim Aufwärmen und freuten sich sichtlich dabei zu sein. zürich24 hat einige Meinungen eingefangen. Ein Mädchen, welches auf der Bank neben dem Spielfeld wartete, sagte: «Fussball ist der schönste Sport der Welt». Die neben ihr sitzende Teamkollegin strahlte und meinte: «Tschute ist halt einfach megatoll». Eine junge Frau, welche am Spielrand mit einem Fussball jonglierte, fand: «Wenn es den Frauenfussball nicht gäbe, müsste man ihn erfinden.

FVRZ nahm den Ball auf

Zum ersten Mal nahmen auch Fussballseniorinnen teil und bewiesen, dass sie durchaus sportlich mithalten können und nicht zum alten Eisen gehören. Der – Fussballverband Region Zürich kurz FVRZ  – hatte sich vergangenen November an einem Workshop für das Schaffen eines Angebots für Fussball spielende Frauen nach deren Aktivzeit – also ab etwa 30 Jahren – eingesetzt. Und zwar so erfolgreich, dass die Seniorinnen auf dem Hönggerberg gegeneinander antreten durften. Trainerin Barbara Gubler vom Sportverein Höngg freut es, dass künftig auch Seniorinnen die Möglichkeit haben, sich sportlich auf dem Fussballplatz zu betätigen.

Kurzer Rückblick auf das Fest

zürich24 hat Andrea Saluz nach dem Erfolg des Martin Cups befragt und erfahren, dass sich bedingt durch das heisse Wetter am Nachmittag die Besucher erst gegen Abend eingefunden hätten. Doch das OK Martin-Cup sei trotzdem zufrieden. "Es hat sich gezeigt, dass Hönggerinnen, Höngger und Gäste sich – nach der Zwangspause durch die Pandemie –darüber freuen, dass es wieder möglich ist, solche Veranstaltungen zu besuchen", so Saluz. Am Freitagabend hätte eine Rockband im Festzelt bis um Mitternacht gespielt. Ferner seien Disc Jockeys auf dem Hönggi zu Gast gewesen. "Di Stimmung war bestens", freut sich der OK-Präsident. Das Verpflegungsangebot sei mit vegetarischen Gerichten erweitert worden, und es hätte neben Fussball auch Attraktionen wie eine Fussballwand, ein Karussell, einen Stand mit Süssigkeiten und andere Höhepunkte gegeben. Fazit: Das OK Martin-Cup ist zufrieden, doch bereits nach dem Grümpi geht die Arbeit weiter so nach dem Motto «Nach dem Martin-Cup ist vor dem Martin-Cup».

Solidaritäts-T-Shirt bestellen, der Ukraine helfen

Das im Artikel erwähnte dunkelblaue Shirt kann übrigens auch jetzt noch im Clubhaus oder über die Homepage www.martincup.ch gekauft werden. Der Erlös kommt vollumfänglich der Nichtregierungsorganisation  – NGO – Médecins du monde zugut.

Bild: Béatrice Christen
Béatrice Christen