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Zürich West
13.07.2022
11.07.2022 12:06 Uhr

Züri Fäscht zwischen Covid- und Klima-Auflagen

Albert Leiser, Gemeinderat FDP Kreis 9
Albert Leiser, Gemeinderat FDP Kreis 9 Bild: zvg.
Ein Züri Fäscht ohne Flugshows und Feuerwerke würde seiner DNA beraubt, was die Sinnhaftigkeit des Anlasses in Frage stellt.

Albert Leiser, Gemeinderat FDP Kreis 9

Nachdem das Züri-Fäscht pandemiebedingt bereits vor einem Jahr von 2022 auf 2023 verschoben werden musste, ist es in etwas weniger als einem Jahr wieder soweit und das grösste Volksfest der Schweiz geht vom 7. bis zum 9. Juli 2023 über die Bühne. Vorausgesetzt, das Coronavirus macht Veranstaltern, Besuchern, Festwirten, Marktfahrern, Schaustellern, Hoteliers und Gastronomen nicht wieder einen Strich durch die Rechnung.

Für mich als Präsident des Organisationskomitees ist klar, dass ein Event dieser Grösse nur ohne Covid-Auflagen durchgeführt werden kann. Schliesslich werden nach dem Rekordjahr 2019 mit 2.5 Millionen Besuchern für nächstes Jahr wiederum zahlreiche Gäste rund um das Seebecken und entlang der Limmat erwartet. Mehr als das Coronavirus macht mir derzeit allerdings die Politik Sorgen, die dem Züri Fäscht strikte Klima-Auflagen auferlegt.

So fordern die Grünen mit Unterstützung der SP und der AL im Gemeinderat, dass Gäste von ausserhalb, die bereits 2019 grösstenteils mit dem ÖV angereist sind, nicht mit dem Auto anreisen sollen. Ebenfalls sollen mehr vegane Mahlzeiten verzehrt werden. Gleichzeitig fordert Rot-Grün, dass die Flugshows per sofort verboten werden und die Feuerwerke 2023 ein letztes Mal stattfinden dürfen.

Doch ein Züri Fäscht ohne Flugshows und Feuerwerke würde seiner DNA beraubt, was die Sinnhaftigkeit des Anlasses in Frage stellt. Auch sind die zeitlich versetzten Feuerwerke aus Sicherheitsgründen wichtig, dienen sie doch der optimalen Verteilung und Lenkung der Besucherströme. Zudem sind bei beiden Attraktionen ökologische Verbesserungen in die Wege geleitet worden. So werden die Flugzeuge bei den Flugshows mit CO2-freiem synthetischen Treibstoff fliegen. Bei den Feuerwerken wurden Massnahmen zum Schutz der Gewässer eingeleitet.

Das OK ist sich seiner Verantwortung bewusst und hat noch weitere Massnahmen erarbeitet und eingeleitet: Das Züri Fäscht 2023 wird deshalb mit einem neuen Nachhaltigkeitskonzept geplant, das in den Bereichen Abfall & Recycling, Essen & Trinken, Hygiene & Gesundheit und für die Gesellschaft grosse Verbesserungen bringt. So können etwa dank des neuen Depotsystems für PET und Alu die Wertstoffe wieder in den Recycling-Zyklus zurückgeführt werden. Ausserdem sind vermehrt vegetarische und vegane Angebote von möglichst lokalen Anbietern vorgesehen. Gleichzeitig soll aber das Züri Fäscht weiterhin ein Fest für alle bleiben. Davon profitiert auch die Stadt Zürich, generiert doch das Züri Fäscht über drei Tage eine Wertschöpfung von 370 Millionen Franken.

In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben Volksvertreterinnen und Volksvertreter regelmässig einen Beitrag. Alle im Stadtparlament vertretenen Parteien bekommen hierzu regelmässig Gelegenheit. Die Schreibenden äussern im Beitrag ihre persönliche Meinung.

Albert Leiser, Gemeinderat FDP Kreis 9