Home Quartiere Sport Regional Rubriken In-/Ausland
Stadt Zürich
12.07.2022
12.07.2022 14:50 Uhr

Nach Beschlagnahmung in Zürich: Gemälde kehrt nach Zypern zurück

Das Gemälde «Thronender Pantokrator» kehrt nach Zypern zurück.
Das Gemälde «Thronender Pantokrator» kehrt nach Zypern zurück. Bild: Kantonspolizei Zürich
In Zürich wurde im Jahr 2014 das Gemälde «Thronender Pantokrator» bei einer Auktion beschlagnahmt. Jetzt konnte das Werk aus dem 15. Jahrhundert, das in Zypern als wichtiges nationales Kulturgut gilt, den zypriotischen Behörden übergeben werden.

Vertreterinnen und Vertreter der Kantonspolizei und der Staatsanwaltschaft haben am 7. Juli eine im Jahr 2014 in Zürich beschlagnahmte Ikone den zypriotischen Behörden übergeben. Das Werk mit dem Namen «Thronender Pantokrator» stammt aus dem 15. Jahrhundert und gilt in Zypern als wichtiges nationales Kulturgut.

Beim Gemälde handelt es sich um eine sogenannte Ikone (ein Kultbild der orthodoxen Kirche mit der Darstellung einer heiligen Person), die im September 2014 von der Zürcher Staatsanwaltschaft gestützt auf ein Rechtshilfeersuchen der Republik Zypern in einem Zürcher Auktionshaus beschlagnahmt worden war.

Kunstwerk wurde bei Auktion in Zürich zum Verkauf angeboten

Gemäss den Ausführungen der zypriotischen Behörden sei die Ikone bis im August 1974 Bestandteil einer hölzernen Ikonostase einer byzantinische Kirche im Norden des Landes gewesen, als sie während des Zypernkonflikts 1974 verschwand, , wie die Kantonspolizei Zürich und die Zürcher Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben.

Im Rahmen der Bearbeitung des Rechtshilfeersuchens ermittelte die Kantonspolizei Zürich im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Besitzerin der Ikone, welche diese über ein Zürcher Auktionshaus zum Verkauf anbot. Gleichzeitig wurden unter anderem Abklärungen getroffen zur Herkunft der Ikone, zu den Hintergründen der damaligen Einfuhr und zu deren Übergabe an das Schweizer Auktionshaus.

Einigung zwischen Gemälde-Besitzerin und Kirche von Zypern

Die Ermittlungen ergaben keine Hinweise auf strafrechtlich relevantes Fehlverhalten der Besitzerin der Ikone. Die Frau hatte diese im Rahmen einer Erbschaft gutgläubig erworben und konnte glaubhaft darlegen, sich der möglichen deliktischen Herkunft der Ikone gar nicht bewusst gewesen zu sein. Zwischen der Frau und der Kirche von Zypern kam es schliesslich zu einer Einigung betreffend die Rückgabe des Bildes.

Basis für das Vorgehen der Zürcher Strafverfolgungsbehörden bildeten verschiedene nationale Gesetze und europäische Übereinkommen im Bereich der Rechtshilfe und des internationalen Kulturgütertransfers sowie UNESCO-Konventionen und bilaterale Verträge zwischen der Schweiz und Zypern.

Die Zürcher Strafverfolgungsbehörden arbeiteten bei der Behandlung des Rechtshilfeersuchens bzw. im Rahmen der Ermittlungen eng mit dem Bundesamt für Justiz, dem Bundesamt für Kultur sowie mit den zypriotischen Behörden zusammen.

pd/rad