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Zürich West
15.07.2022
15.07.2022 13:11 Uhr

Neuer Schulraum für 350 Kinder

Noch ist es eine Baustelle, aber nach den Sommerferien sind zumindest das Schulhaus und die Sportanlagen einsatzbereit.
Noch ist es eine Baustelle, aber nach den Sommerferien sind zumindest das Schulhaus und die Sportanlagen einsatzbereit. Bild: Karin Steiner
Nach den Sommerferien beziehen 15 Albisrieder Primarschulklassen und 3 heilpädagogische Klassen die neu erstellte Schulanlage Freilager. Noch vor dem Start ist das Schulhaus bereits voll. Die Doppelturnhalle und das Schwimmbad können auch vom Quartier genutzt werden.

Karin Steiner

«Dass das Schulhaus rechtzeitig nach den Sommerferien fertig wird, ist nicht selbstverständlich», sagte Stadtrat und Vorsteher des Hochbaudepartements, André Odermatt, auf einem Medienrundgang durch den Neubau. «Es wurden uns viele Steine in den Weg gelegt. Wegen der Pandemie gab es Lieferschwierigkeiten, Verzögerungen und auch Zusatzkosten, aber  mit den Reserven wird der vom Stimmvolk bewilligte Objektkredit von 63,3 Millionen Franken eingehalten werden können.»

Tatsächlich befindet man sich auf dem Rundgang noch in einer Baustelle, an der fleissig gearbeitet wird. Dennoch bekommt man eine Vorstellung von der Anlage, die schon von Anfang an auf einen Tagesschulbetrieb ausgelegt ist. «Die ganze Tagesschulplanung in einem Schulhaus, das noch nicht steht, war eine grosse Herausforderung», so Ursula Sintzel, neu gewählte Präsidentin des Schulkreises Letzi. «Aber ich freue mich sehr, dass die 2019 durch die Schule Untermoos gegründete Schule nun ein eigenes Schulhaus beziehen kann. Auch bin ich froh, dass in Albisrieden die erste Schulschwimmanlage in Betrieb genommen wird und dass neben den 15 Primarschulklassen auch 3 heilpädagogische Klassen hier untergebracht werden. Das gibt ­einen spannenden Austausch.»

Keine Aufstockung möglich

Eher skeptisch äusserte sich Stadtrat und Vorsteher des Schul- und Sportdepartements, Filippo Leutenegger, über den Neubau. «Das klassische Industriedach verhindert eine spätere Aufstockung des Gebäudes», sagte er. «Das Schulhaus Frei­lager ist jetzt schon voll. Deshalb gab es bereits im Gemeinderat kritische Stimmen. Rundherum wird sehr viel gebaut. Die Schülerzahlen um den Schulkreis Letzi haben schon jetzt um 23 Prozent zugenommen. Aber ich freue mich über die Doppelturnhalle und das Schwimmbad, die auch vom Quartier genutzt werden können.»

Projektleiter Carl Paatz vom Amt für Hochbauten erläuterte die Geschichte des Schulhauses und führte durch die Räumlichkeiten. Das Projekt gehe auf ­einen Architekturwettbewerb im Jahr 2015 zurück, den die Thomas Fischer Architekt GmbH mit ihrem Projekt «Atelier im Park» für sich entscheiden konnte. «Deshalb wurde diese Dachform gewählt. Das Schulhaus verfügt über einen Allwetterplatz, einen Schülergarten und eine parkähnliche Umgebung. Dazu wurde auch der Dorfbach freigelegt. Der Park ist erst im nächsten Frühling bespielbar.»

Mehrwert fürs Quartier

Für Anwohnerinnen und Anwohner dürfte nicht nur der Park, sondern dürften vor ­allem die Doppelturnhalle und das Schwimmbad von Nutzen sein, denn sie können ausserhalb der Schulstunden von Vereinen und für Kurse belegt werden.

Das Schulhaus soll einen Beitrag zum Erreichen der Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft leisten. Es wurde zu 91,5 Prozent aus Recycling-Beton und Holz im Minergie-A-ECO-Standard gebaut, und neben der Energiezentrale im Untergeschoss, die vorerst aus der Abwärme eines Rechenzentrums gespeist wird, wird auf dem Dach eine grosse Fotovoltaikanlage erstellt. Aufgrund eines Schadens an der Dachhaut kann sie den Betrieb jedoch erst 2023 aufnehmen.

Kunst am Bau

Nach der Fertigstellung wird die Schule noch durch zwei Kunstwerke ergänzt. Zum einen bespielt Leila Peacock gemeinsam mit den Schulkindern die Wände in den drei Eingangszonen mit grossformatigen Kreidezeichnungen auf Schiefer­tafeln namens «Gate of all Nations». Zum andern wird die Künstlerin Joëlle Flumet im Schulpark eine Gruppe Bronzeschimpansen platzieren. «Anthropozäne» sind im hohen Gras versteckt und sorgen so für eine unerwartete Begegnung.

Karin Steiner