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Stadt Zürich
19.07.2022
19.07.2022 15:02 Uhr

445 Einsprachen gegen geplante Velorouten

Mit den Velorouten in Zürich geht es nicht so schnell vorwärts wie geplant. (Symbolbild).
Mit den Velorouten in Zürich geht es nicht so schnell vorwärts wie geplant. (Symbolbild). Bild: Gemeinde Rüti ZH
Gegen die im Tagblatt ausgeschriebene Velorouten im Zürich-Nord-Gebiet regt sich grosser Widerstand. In einer Medienmitteilung schlagen Hauseigentümerverband und Gewerbeverband Alarm. 445 Privatpersonen oder Gewerbler haben rekurriert.

Am 17. Juni 2022 publizierte die Stadt Zürich die Umsetzung der drei erwähnten Velovorzugsrouten. Entlang der jeweiligen Strecken sollen insgesamt 496 Parkplätze der blauen Zone aufgehoben und in Velowege umgewandelt werden. Der Hauseigentümerverband Zürich (HEV) und der Gewerbeverband der Stadt Zürich (GVZ) haben zusammen mit 445 Privatpersonen und Gewerbebetrieben gegen die Velovorzugsrouten "Höngg" (350), "Affoltern-Oerlikon" (67) sowie "Schwamendingen" (28) beim Tiefbauamt der Stadt Zürich Einsprache erhoben und beim Stadtrat Zürich ein Begehren um Neubeurteilung eingereicht. Dies ist einer heute veröffentlichten Medienmitteilung zu entnehmen. 

"Dies richtet sich nicht gegen Velofahrende und verfolgt nicht den Zweck, die Velovorzugsrouten zu verhindern, sondern es soll der unnötige und unverhältnismässige Parkplatzabbau verhindert werden", betonen HEV und Gewerbeverband gemeinsam. Doch da für die Umsetzung an diversen Strassenabschnitten sämtliche oder über die Hälfte der Parkplätze in der blauen Zone aufgehoben werden sollen, habe dies zur Folge, dass Anwohnende und Gewerbebetriebe für sich selbst als auch für Besuchende und Kunden keine Parkplätze mehr auffinden würden. "Die Betroffenen sind auf diese Parkplätze angewiesen, da auf einem Grossteil der tangierten Grundstücke keine Parkplätze vorhanden sind und aus gesetzlichen Gründen keine eigenen Parkplätze errichtet werden können" sind Gewerbeverband und HEV überzeugt. Der massive Parkplatzabbau werde in den Quartieren zu vermehrtem Suchverkehr führen.

"Dies ist weder im Interesse der unmittelbar betroffenen Bevölkerung noch in jenem der Anwohnenden der umliegenden Quartiere, da deren Parkplätze in der Konsequenz vermehrt beansprucht werden", führt Nicole Barandun vom Städtischen Gewerbeverband aus. Vor dem Hintergrund, dass in der Stadt Zürich bereits heute eine erhebliche Parkplatzknappheit besteht, erhoffen sich die Einsprechenden nun, dass die Stadt Zürich die drei Projekte nochmals überarbeiten wird, damit der Abbau von Parkplätzen in der blauen Zone zumindest auf ein Minimum beschränkt wird. Sie sind der Ansicht, dass bei der Planung die Interessen der anwohnenden Bevölkerung sowie des Gewerbes nicht berücksichtigt wurden. 

Die Stadt Zürich ihrerseits beruft sich bei der Umsetzung auf die anderthalb Jahren mit mehr als 70 Prozent der Stimmen angenommene Volksinitiative «Sichere Velorouten für Zürich». Für sie sind die drei Routen von insgesamt knapp zehn Kilometern Länge die logische Konsequenz des Volkswillens. Die Velovorzugsroute «Höngg» verbinde die Stadtgrenze mit dem Wipkingerplatz, die Route «Schwamendingen» den Schwamendingerplatz mit dem Bahnhof Stettbach und die Route «Affoltern – Oerlikon» die beiden genannten Quartiere direkt miteinander.

Die drei Velovorzugsrouten verlaufen laut der Stadt grösstenteils auf Quartierstrassen. Verkehrsanordnungen und Markierungen sowie bauliche Eingriffe sollen die Sicherheit fürs Velo erhöhen. Dazu gehören Tempo 30, Vortrittsberechtigung und ein grünes, 40 Zentimeter breites Band am Strassenrand, das die Velovorzugsroute sichtbar macht. Um genügend Platz fürs Velo zu schaffen, werden entlang der drei Strecken 496 Parkplätze der Blauen Zone aufgehoben. Ob und wann dies geschieht, ist nun wegen den Einwendungen von Gewerbeverband und HEV offen.

pd./ls.