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Zürich Nord
21.07.2022
30.07.2022 20:50 Uhr

Warum die Katzensee-Badi erst 2023 saniert wird

Warten auf die Sanierung ... Dabei stand die Badi Katzensee schon 1973 hoch im Kurs. Die angekündigte Renovation findet nun erst ein Jahr später statt.
Warten auf die Sanierung ... Dabei stand die Badi Katzensee schon 1973 hoch im Kurs. Die angekündigte Renovation findet nun erst ein Jahr später statt. Bild: zvg./ ETH-Bildarchiv/Comet
Im September hätte mit der Sanierung Badi Katzensee begonnen werden sollen. Doch nun wurde das Projekt unerwartet um ein Jahr verschoben. Auch die Gasheizung wird nicht vorher ersetzt.

Der Baubeginn für die Sanierung der Badi Katzensee wird von Herbst 2022 auf Herbst 2023 verschoben.» Diese Mitteilung der Stadt Zürich betreffend die Sanierung der Badi Katzensee konnten die Badigäste nirgends lesen. Trotzdem verbreitete sich die Nachricht in Windeseile. Die Badi schliesst dieses Jahr wegen der Sanierung nicht schon im September, wie die Stadt im März per Medienmit­teilung angekündigt hatte. Den Gästen kann es recht sein, denn sie freuen sich, dass die Badi nun länger offen bleiben kann. Doch es gibt auch Stimmen des Bedauerns. «Wir hatten uns gefreut, dass jetzt alles neu wird», sagt Kioskbetreiberin Denise Niederberger auf Anfrage.

Wer hat getrödelt?
Begründet wird die Verschiebung von der Stadt wie folgt: «Der Bauentscheid liegt aktuell noch nicht vor. Grund dafür ist der komplexe Baubewilligungsprozess mit vielen beteiligten Bewilligungsinstanzen, der sich aufwendiger gestaltet als erwartet.» Und weiter: «Um den Badebetrieb durch die Baumassnahmen nicht zu beeinträchtigen, werden die Bauar­beiten im Winterhalbjahr durchgeführt. Der ursprünglich im Herbst 2022 geplante Baustart wird daher auf Herbst 2023 verschoben.» Die Bauarbeiten würden voraussichtlich neu von Herbst 2023 bis Frühjahr 2024 dauern. Die Stadt informierte nur die Involvierten rund um die Badi. Die Termine auf den Infotafeln wurden angepasst. Nachfrage an die Stadt: «Dem Vernehmen nach hat Grün Stadt Zürich ihren Teil zum Baugesuch so spät eingereicht, dass es für die Baubewilligung im Winter 2022/2023 nicht mehr reichte. Stimmt das?» Darauf antwortet Marc Werlen von Grün Stadt Zürich knapp mit «nein».

Betriebstauglich machen
Noch im Frühling dieses Jahres kommunizierte der Stadtrat Folgendes: «Um einen zeitgemässen Betrieb des Freibads Katzensee zu ermöglichen, müssen die Gebäude sowie die Uferverbauung und die Umgebungsflächen der Badeanlage instandgesetzt werden.» Das in die Jahre gekommene Gebäudeensemble Freibad Katzensee soll mit der geplanten Instandsetzung für weitere 20 bis 25 Jahre betriebstauglich gemacht werden. Gleichzeitig ist eine Instandsetzung der Uferverbauung sowie der Umgebungsflächen der Badeanstalt geplant. Der einzigartige Charakter dieser denkmalgeschützten Freibadanlage soll dabei erhalten bleiben.

Wärmepumpe statt Gas
Um geltende gesetzliche Vorgaben und hygienische Standards einzuhalten, sind an Garderoben-, Kiosk- und Dienstgebäude, am Lagergebäude und an der ­WC-Anlage unter anderem neue Raumkonfigurationen und verbesserte Lüftungsanlagen erforderlich. Die Gasheizung wird durch eine Wärmepumpe ­ersetzt, aber ebenfalls erst im Winter 2023/24 (siehe «Nachgefragt»). Dazu werden die Dächer naturnah begrünt. Liegewiesen müssen teils neu begrünt und geebnet, Beläge der Weg- und Platzflächen erneuert, Picknicktische und Feuerstellen ersetzt werden. Der Uferbereich wird umgebaut: Ein mit Kiesschüttung erzeugtes Flachufer tritt an die Stelle der harten Verbauung, wodurch der See­zugang besser nutzbar und ökologisch wertvoller wird. Ausserdem entsteht ein neuer Sand- und Frischwasserspielbereich für Kinder und die Aussenbestuhlung des Kiosks wird ersetzt und erweitert.

Über sechs Millionen Franken
Der Stadtrat hatte gebundene Ausgaben im Umfang von 5,6 Millionen Franken für die Instandsetzung sowie 500 000 Franken an neuen Ausgaben für die verschiedenen Umbaumassnahmen von Gebäuden und Umgebung bewilligt.

Nachgefragt

Warum wird der Ersatz der Gasheizung nicht vorgezogen?

Ursula Tschirren*, warum wird die Sanierung der Gasheizung (neu Wärmepumpe) aus aktuellem Anlass (Gaskrise) nicht vorgezogen und im kommenden Winter separat umgesetzt?

Die Baubewilligung liegt aktuell noch nicht vor. Das eingereichte Baugesuch gilt für das Gesamtprojekt. Die Bau­arbeiten werden aus Logistik- und Kostengründen nicht separat vorgezogen, da die Umstellung auf ein Heizsystem mit Wärmepumpe beim Freibad Katzensee umfassende Umbaumassnahmen (Raumrochaden, Verlegen von neuen Leitungen) erfordert. Sämtliche Bauarbeiten werden im Rahmen der Gesamtinstandsetzung im Winter 2023/24 ausgeführt. (ls.)

*Ursula Tschirren ist Stv. Leiterin ­Kommunikation im Amt für Hochbauten der Stadt Zürich

Pia Meier