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Stadt Zürich
25.07.2022
25.07.2022 16:38 Uhr

Dritter Elefant starb im Zoo an Herpesvirus

Die Krankheit verlief sehr schnell: Ruwani war bis wenige Tage vor ihrem Tod noch munter.
Die Krankheit verlief sehr schnell: Ruwani war bis wenige Tage vor ihrem Tod noch munter. Bild: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Im Zoo Zürich ist ein dritter Elefant an dem tödlichen Herpesvirus gestorben, das sich in der Herde ausgebreitet hatte: die fünfjährige Elefantenkuh Ruwani.

«Es sind schwere Tage, die wir im Kaeng Krachan Elefantenpark derzeit durchleben müssen», schreibt der Zoo Zürich auf seiner Homepage. «Erneut haben wir einen Elefanten an das Herpesvirus verloren. Wir sind bestürzt und frustriert.»

Am Samstagmorgen ist die fünfjährige Elefantenkuh Ruwani verstorben. «Einen dritten Elefanten in so kurzer Zeit an dieses gefürchtete Virus zu verlieren, ist ein tragischer Verlust für den Zoo Zürich», sagt Zoodirektor Severin Dressen. Und weiter: «Für uns als Zoo ist es besonders frustrierend, dass wir trotz bester veterinärmedizinischer Versorgung durch das Universitäre Tierspital Zürich machtlos gegen das Virus sind.»

Medikamente halfen nicht

Ruwani zeigte bis Freitag keine Krankheitsanzeichen. In den Tagen davor hatte ihre Virenlast zwischen erhöhten und wieder niedrigeren Werten geschwankt, heisst es in der Mitteilung des Zoos weiter. 

Um einen Ausbruch der Krankheit Elephant Endotheliotropic Herpes Virus-Hemorrhagic Disease zu verhindern, startete der Zoo bei Ruwani früh eine begleitende Behandlung mit antiviralen Medikamenten. «Die Behandlung eines an den Folgen des Elefantenherpesvirus erkrankten Tieres mit antiviralen Medikamenten ist nach aktuellem Wissensstand die erfolgversprechendste Therapie.» Das sagt Willem Schaftenaar, tierärztlicher Berater des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes EEP für Asiatische Elefanten und ehemaliger Tierarzt des Zoos in Rotterdam. «Leider sind die Erfolgsaussichten aber immer noch gering», so Schaftenaar weiter.

Grundsätzlich tragen die meisten Elefanten das Herpesvirus in sich, sei es in Zoos oder in der Wildnis. Jungtiere stecken sich wahrscheinlich bei älteren Tieren in der Gruppe an.

Elefanten seien besonders zwischen dem zweiten und etwa dem achten Lebensjahr dafür anfällig, aufgrund eines Herpesvirenschubs schwer zu erkranken. In dieser Zeit lässt der Schutz durch die Antikörper der Mutter nach und das Immunsystem hat unter Umständen noch keine eigenen Antikörper gebildet.

Geringes Risiko für übrige Elefanten

Nach dem Tod Ruwanis ist deren Mutter Farha mit 17 Jahren der jüngste Elefant im Zoo Zürich. Der Zoo geht davon aus, dass für die fünf verbliebenen Elefanten nur ein geringes Erkrankungsrisiko besteht. Die verbleibenden Tiere werden aber weiterhin medizinisch überwacht.

(red.)