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Auto & Mobil
27.07.2022
27.07.2022 06:37 Uhr

Kulturgut auf vier Rädern

GeschäftsführerHannes Gautschi präsentiert das ausgestellte, aber zu erwerbende Prachtstück in Silber: Aston Martin DB6, Jahrgang 1965.
GeschäftsführerHannes Gautschi präsentiert das ausgestellte, aber zu erwerbende Prachtstück in Silber: Aston Martin DB6, Jahrgang 1965. Bild: Jeannette Gerber
Bei der neu eröffneten Emil Frey Classic Cars am Utoquai im Seefeld dreht sich alles um ältere, edle Autos.

Jeannette Gerber

Seit 2015 existiert das Classic Car Kompetenzzentrum der Emil Frey AG in Safenwil AG mit Showroom für Automobile vieler Marken und Herkunftsländer. Dazu gehört die entsprechende Werkstatt und das Classic Car Museum. Inzwischen hat sich das Zentrum zu einem beliebten Treffpunkt für Oldtimer-Aficionados entwickelt. Es war also naheliegend, nach einem zusätzlichen Stand­ort in Zürich zu suchen. Und voilà. Nun konnte die Classic Cars in einen stilvollen Ausstellungsraum am Utoquai 55 im Seefeld einziehen. Dieser wurde kürzlich dem Pu­blikum vorgestellt: vier bis fünf Old­timer werden jeweils zum Verkauf angeboten. Eine fachmännische Beratung vor Ort gehört ebenfalls zur Dienstleistung. Zusätzlich soll hier ein Begegnungsort für Classic- Car-Enthusiasten und Sammler von historischen und klassischen Fahrzeugen entstehen.

Lorenz Frey-Hilti lobt Grossvater

Aktuell sind – als Beispiel – zwei Aston Martins und ein roter Jaguar E-Type 3 V12 Convertible, Jahrgang 1972, ausgestellt. Die Jaguar-Rarität kostet 144 800 Franken. Der silberne Aston Martin DB6, Jahrgang 1965, wird für 428 000 Franken angeboten. Das ist eigentlich ein Schnäppchen gegenüber dem Vorgänger DB5 aus dem James-Bond-Film «Goldfinger», der für mehr als eine Million Schweizer Franken einen Käufer fand.

Bei der Eröffnungsfeier anwesend war auch Lorenz Frey-Hilti, Mitglied der Geschäftsleitung, Sohn von Walter Frey und Enkel von Gründer Emil Frey. Er wies auf die Geschichte seines Grossvaters Emil hin: «Er wurde in eine Bauernfamilie geboren, hatte aber die Möglichkeit, den Beruf als Mechaniker in einer Werkstatt für Motorräder und Velos zu erlernen. 1924 gründete er seine eigene Werkstatt in Zürich.» Im Gegensatz zu heute wurden damals die Fahrzeuge nicht fertig montiert, sondern in Einzelteilen in grossen Holzkisten geliefert, die dann für die Kunden zusammengesetzt werden mussten. Und so legte Grossvater Frey das Fundament für gewissenhafte Dienstleistungen.

«Mein Vater Walter Frey sorgte dafür, dass das Unternehmen heute in 19 europäischen Ländern vertreten ist», erklärte Frey Junior und fügte stolz hinzu: «Der Betrieb ist hundertprozentig in der Familie geblieben, und wir freuen uns, bald das 100-Jahr-Jubiläum feiern zu können.» Wie bereits sein Grossvater Emil sowie sein Vater Walter war Lorenz erfolgreicher Rennfahrer.

Alternative E-Fuels

Dann referierte Experte Matthias Braun über die Zukunft des Kraftstoffes für Verbrennungsmotoren, nämlich E-Fuels. Als E-Fuels werden synthetische Kraftstoffe bezeichnet, die mittels Strom aus Wasser und Kohlenstoffdioxid hergestellt werden. Wird dieser Strom vollständig aus erneuerbaren Quellen gespeist, können dank E-Fuels Verbrennungsmotoren klimaneutral betrieben werden. Das könnte ein Weg sein, in Zukunft auf fossile Quellen zu verzichten, ist Braun überzeugt.

Braun gilt als ausgewiesener Spezialist und arbeitet unter anderem als Berater des auf diesem Gebiet führenden Aramco Fuel Research Center in Paris. Sein Fazit: Wir sind in Zukunft nicht nur auf Elektrofahrzeuge angewiesen. Beim anschliessenden Brunch stellte diese Zeitung Lorenz Frey-Hilti die Frage, ob er denn auch einen Oldtimer fahre. «Meine Frau Michèle schenkte mir zur Hochzeit vor vier Jahren den Ford Mustang Shelby, weiss mit blauen Streifen – eine Ikone», so Frey-Hilti mit zufriedenem Gesicht.

Der Zürcher Showroom der Emil Frey Classics AG am Utoquai 55 ist von Montag bis Freitag geöffnet, jeweils durchgehend von 10 bis 19 Uhr, samstags von 9 bis 16 Uhr. 

Jeannette Gerber