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Stadt Zürich
05.08.2022

Gemeinschaftlich wohnen: Was wollen die Älteren?

Gefragt sind neue, zukunftsgerichtete Wohnmodelle, meint die Stiftung Alterswohnungen.
Gefragt sind neue, zukunftsgerichtete Wohnmodelle, meint die Stiftung Alterswohnungen. Bild: Lisa Maire
Die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich untersucht in einer Umfrage und an Workshops die Bedürfnisse neuer gemeinschaftlicher Wohnformen für die ältere Bevölkerung der Stadt.

Der Mangel an günstigen Alterswohnungen beschäftigt die Stadtzürcher Bevölkerung. Im Gemeinderat sind mehrere Vorstösse zur Verbesserung der Situation hängig und zwei Initiativen fordern deutlich mehr Alterswohnungen in Zürich.

Mit mehr Wohnungen allein sei es nicht getan, schreibt die Stiftung Alterswohnungen (SAW) in ihrer Pressemitteilung: Gefragt sind auch neue, zukunftsgerichtete Wohnmodelle. Die Lebensentwürfe sind vielfältiger geworden und so auch die Ansprüche an Wohnraum und das Zusammenleben im Alter: Ältere Menschen möchten ihre Selbstständigkeit so lange wie möglich aufrechterhalten, suchen gemeinschaftliche Wohn- und Lebensformen sowie Raum für ihre individuellen Bedürfnisse.

Umfrage und Workshops

Im Rahmen der Altersstrategie 2035 der Stadt Zürich verpflichtet sich die SAW, in bestehenden Siedlungen oder im Rahmen von Neubauprojekten und Sanierungen neue gemeinschaftliche Wohnformen zu erproben und ihr Wohnangebot zu erweitern. Gleichzeitig ist die SAW gefordert, in den nächsten zehn Jahren ihren Wohnungsbestand von derzeit rund 2000 Wohnungen auf 3000 oder mehr zu erhöhen.

Zur Überprüfung der Nachfrage nach gemeinschaftlichen Wohnformen und für die Erarbeitung von Planungsgrundlagen lanciert die SAW einen Mitwirkungsprozess. Dieser umfasst eine öffentlich zugängliche Online-Befragung unter Ü55 aus der Stadt sowie – zur Ver­tiefung der Umfrageergebnisse – vier ­öffentliche Workshops. Ziel ist es zu erfahren, welche Arten von Gemeinschaftlichkeit Nachfrage finden und wie sich diese räumlich, betrieblich und im Kostenrahmen der Wohnbauförderung in Wohnprojekte übersetzen lassen.

Das Vorhaben wird unterstützt durch den Innovationskredit der Stadt und wird auf der Mitwirkungsplattform publiziert. Zudem wird eine Stichprobe von 2000 Stadtzürcherinnen und -zürchern aus ­allen Stadtkreisen persönlich zur Teilnahme an der Umfrage eingeladen sowie auch die Zusammenarbeit mit Beratungsstellen und Altersvereinen gesucht.

Zielgruppe wird vielfältiger

Die SAW baut und betreibt preisgünstige und zu 75% durch die Wohnbauförderung von Stadt und Kanton Zürich subventionierte Wohnungen für Menschen im Pensionsalter mit knappem Budget. Mit den Babyboomern und den sich wandelnden Berufsbiografien verändere sich die Zielgruppe, heisst es in der Mitteilung weiter. Neben Niedriglohngruppen und Alleinerziehenden sind auch immer mehr Menschen mit einer Patchwork-Biografie, die in den Bereichen Kunst, Kultur, NGOs, Bildung, Gesundheit etc. tätig waren, im Alter auf günstigen Wohnraum angewiesen. Die Zielgruppe der SAW wird dadurch nicht nur breiter, sondern formuliert auch neue Ansprüche ans Wohnen.

Soziale Netzwerke stärken

Zudem fördert die Berücksichtigung von gemeinschaftlichen Bedürfnissen und Interessen im Siedlungsbau nicht nur das Zusammenleben und den Zusammenhalt im Sinne eines Beitrags zu einer Caring Community, sondern verspricht, durch die Stärkung von sozialen Netz­werken Isolation und Vereinsamung entgegenzuwirken und letztlich auch Betreuungsengpässe zu minimieren. Nicht zuletzt, so die SAW, ermöglichen die Anerkennung von Vielfältigkeit im Alter und das Bereitstellen diverser Wohnangebote inklusive Betreuungsnetz die Realisierung innovativer Siedlungen mit kompakten, preisgünstigen Wohnungen, die der gesamten Bevölkerung zugutekommen.

Das Auswerten der Umfrage ist für September geplant, die vier Workshops für Oktober, November, Januar und März 2023. Im April sollen dann die Ergebnisse publiziert werden.

Nähere Informationen: www.wohnenab60.ch

(red.)