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Zürich Nord
11.08.2022
10.08.2022 21:54 Uhr

Buch präsentiert die Menschen hinter den Strassennamen

Eignet sich auch für einen Hundespaziergang: Max-Bill-Platz in Oerlikon.
Eignet sich auch für einen Hundespaziergang: Max-Bill-Platz in Oerlikon. Bild: lvm.
In seinem Buch «Strassen mit Persönlichkeit» stellt Heinrich Wegmann Namen von Zürcher Strassen und Plätzen und deren Herkunft vor, darunter beispielsweise der Max-Bill-Platz in Oerlikon.

«Viele Strassennamen, die Personen ­ehren, sind in gewisser Weise ja auch Denkmäler. Leider fehlen bei vielen dieser Strassenbeschilderungen die Angabe zur Person, oder sie befinden sich an wenig frequentierten Lagen.» Dies schreibt Heinrich Wegmann (welch passender Name) in der Einleitung seines Buches «Strassen mit Persönlichkeit – Wen Zürich mit einer Strasse ehrt» und begründet damit seine Entscheidung, ein Buch über die verschiedenen Strassennamen in Zürich zu schreiben und deren Herkunft zu ergründen.

Im Buch werden die Personen, nach denen die Strassen benannt wurden, in 18 verschiedene Kategorien eingeteilt, unter anderem «Geistliche» und «Persönlichkeiten aus Theater, Film und Fernsehen». Zu einigen Kategorien liefert Wegmann sogar noch Erklärungen, weshalb er sich denn jetzt genau für diese Kategorie entschieden hat, wie zum Beispiel historischen Persönlichkeiten, die alle vor dem 17. Jahrhundert gelebt haben.

Wegmann zeigt in der Einleitung anhand einer Statistik auf, wie viele Strassennamen von Persönlichkeiten sich in den jeweiligen Stadtkreisen befinden. Dabei macht er auf den kleinen Frauenanteil aufmerksam, der sich aber «erfreulicherweise in den letzten 25 Jahren stark erhöht hat». Vor 1993 habe es laut Wegmanns Recherchen nur 10 Strassen gegeben, die Frauen ehren. Heute seien es 52 von insgesamt 298. Ausserdem schreibt Wegmann am Anfang des Buches, wie Strassennamen überhaupt vergeben werden. Dies geschieht durch die «Strassenbenennungskomission, die sich dafür jedes Jahr rund sechsmal trifft. Dazu zitiert Wegmann aus der Publikation «Eisernes Zeit und Frechenmätteli».

Übersichtlicher Aufbau

In dem Zitat heisst es, die Strassenbenennungskommission mache jährlich 10 bis 20 Namensvorschläge für Strassen, Brücken, Wege, Plätze und Areale, die neu gebaut werden oder bisher noch keinen Namen hatten. Entsprechende Anträge würden anschliessend an den Stadtrat gestellt, der dann als politische Behörde die Strassennamen beschliesse.

Wegmann erläutert, dass er es, wie die Autoren der Kommission, für «richtig hält, dass in Zürich in erster Linie Persönlichkeiten geehrt werden, die mit unserer Stadt oder unserem Land in Berührung kamen».

Das Buch ist äusserst übersichtlich ­aufgebaut. Nach der Einleitung geht Wegmann der Reihe nach die verschiedenen Stadtkreise durch, angefangen bei Kreis 1. Ausführlich widmet er sich dann einzelnen Strassen, die nach Persönlichkeiten benannt wurden. Zu jedem Namen schreibt er die jeweilige ­Tätigkeit und spannende Infos zu den Menschen. Ab und zu lässt er auch seine Meinung durchblicken, was die Lektüre abwechslungsreich und unterhaltsam macht. Anschliessend an die Namenerklärungen zieht Wegmann ein Fazit und widmet sich mit «einer Handvoll spezieller Geschichten» einigen Personen noch genauer. Schlussendlich findet man ein Verzeichnis, das alle Strassen, die Personen ehren, nochmals zusammenfasst.

Ein sehr schön gegliedertes, spannendes Buch also. Empfehlenswert für alle, die an der Zürcher Geschichte und Stadt interessiert sind und gerne etwas mehr über die Herkunft verschiedenster Strassennamen erfahren möchten. Oft sind nämlich diese Lebensgeschichten spannender, als man denkt.

Rahel Köppel