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Zürich 2
26.08.2022
25.08.2022 16:50 Uhr

«Was mein Beruf gebracht hat, ist Fantasie»

Der 90-jährige Walter Zipper mit zwei seiner ­Aquarelle.
Der 90-jährige Walter Zipper mit zwei seiner ­Aquarelle. Bild: Markus Hufschmid
Ein Porträt des Wollishofer ­Künstlers Walter Zipper. Ab dem 27. August sind seine Werke im Kirchgemeindehaus an der Kilchbergstrasse zu sehen.

Zu Besuch bei Walter Zipper. Der 90-Jährige begrüsst uns in seiner hellen Wohnung, von wo aus er über Wollishofen blicken kann. An den Wänden sind unzählige seiner farbigen und ausdrucksstarken Aquarelle zu sehen.

Walter Zipper ist 1932 Zürich geboren und aufgewachsen. «Man kann es fast nicht glauben, aber wir sind in ganz einfachen Verhältnissen aufgewachsen und mussten alle Fünfräppler zählen», erinnert er sich. Bereits in der Schule zeigte er sein künstlerisches Talent. Und so konnte er die Kunstgewerbeschule Zürich und deren Metallklasse absolvieren und sich zum Goldschmied ausbilden lassen. Die Lehre schloss Walter Zipper als Jahrgangsbester ab, wofür er von der Stadt Zürich eine Anerkennungsauszeichnung erhielt.

Kreativität ausgelebt

Nach dem Militär arbeitete der Wollis­hofer für ein Jahr in Schweden. «Das Gold war knapp, wir mussten sorgfältig hantieren», erinnert er sich. Bevor er in die Schweiz zurückkehrte, unternahm er mit einem Kollegen eine Skandinavienreise.

In Zürich setzte Zipper seine beruf­liche Laufbahn fort. Als Goldschmied konnte er seine Kreativität ausleben. Fachkundig präsentiert er uns einen grossen Fotoband mit seinem Goldschmied-Handwerk: Goldringe mit dem Violinschlüssel verziert, schöne Ringe mit Perlen versehen, schmucke Goldketten oder edle Goldbroschen. Über die Jahrzehnte sind Hunderte von Kreationen entstanden. «Was mein Beruf gebracht hat, ist Fantasie», sagt Zipper.

Nach seiner Pensionierung intensivierte der Wollishofer das Aquarell-malen. Immer wieder zog es ihn hinaus in die Landschaft, wo seine Aquarelle ­entstanden. «Das Hochmoor bei Einsiedeln beispielsweise ist für mich ein Kraftort», sagt er.

Das Aquarellmalen hat er in der Zwischenzeit aufgegeben. Heute skizziert er schöne Karten. «Ja, ich habe zwei Kinder und drei Enkelkinder», sagt er ganz stolz. «Meine Partnerin lebt in St. Gallen und so sind wir mal hier in Wollishofen oder in der Ostschweiz.» Zum Schluss führt er uns durch seine Wohnung und erklärt seine Bilder, welche farbig und bunt sind. Als Betrachter taucht man ein in wunderbare Landschaften voller Schönheit.Marco Kägi

Ausstellung mit Werken von Walter Zipper vom 27. August bis 2. Oktober im Kirchgemeindehaus, Kilchbergstrasse 21. Vernissage 27. August von 16 bis 19 Uhr, Eintritt frei.

Marco Kägi