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Wir möchten, dass sich alle Eltern die Tagesschule leisten können

Liv Mahrer.
Liv Mahrer. Bild: zvg
Die bessere Variante des ­Gemeinderates verhilft den Tagesschulen zu einer ­grösseren Flexibilität.

Liv Mahrer, Gemeinderätin SP Kreis 9

Letzte Woche mussten wir im Gemeinderat über die Verschiebung des Inkrafttretens der Verordnung über die Tagesschulen der städtischen Volksschule vom Januar auf den August 2023 befinden. Und das, nachdem wir noch vor nicht allzu langer Zeit zwei Stunden länger als geplant – bis nach Mitternacht – hatten tagen müssen, um das Inkrafttreten auf Januar nicht zu gefährden.

Der Gemeinderat hat damals die Weisung des Stadtrates in der Qualität massiv verbessert. Die rechte Ratsseite hat dagegen aber wegen der Mehrkosten das Behördenreferendum ergriffen, was nun zur Folge hat, dass wir mit dem Inkrafttreten ein halbes Jahr in Verzug geraten. Am 25. September werden wir über die flächen­deckende Einführung der Tagesschule abstimmen. Und da der Stadtrat bei dieser Abstimmung von seinem demokratiepolitisch sehr frag­lichen Recht Gebrauch macht, seine Weisung gegenüber der verbesserten Weisung des Gemeinderates zur Abstimmung vorzulegen, werden wir weiter über zwei verschiedene Varianten abstimmen müssen.

Die zentralen Elemente der Tagesschule sind einerseits die Chancengerechtigkeit und die dadurch erhöhten Bildungschancen für alle Kinder sowie der Beitrag zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Um das auch in guter Qualität zu erreichen, braucht es aber eine entsprechende Investition.

Wir möchten, dass sich alle Eltern die Tagesschule leisten können. Beispielsweise sollen die Mittag­essen für ungebundene Mittage, also wenn nachmittags keine Schule stattfindet, nicht mehr als 18 Franken kosten, statt wie vom Stadtrat festgelegt 33 Franken. In der besseren Variante des Gemeinderates sollen auch die Kosten für die gebundenen Mittage bei 6 Franken belassen werden, während der Stadtrat diese um 50 Prozent auf 9 Franken erhöhen möchte.

Damit auch alle Kinder ihrem Bedarf entsprechend betreut werden können, braucht es ausreichend qualifiziertes Personal. Dies will die bessere Variante des Gemeinderates gewährleisten, während der Stadtrat weiter beim Betreuungspersonal ­kürzen will. Die Betreuung soll auch bis 16 Uhr festgeschrieben werden und nicht bereits um 15.30 Uhr mitten am Nachmittag enden.

Zudem hat die bessere Variante des Gemeinderates den Tagesschulen zu einer grösseren Flexibilität verholfen, indem es einerseits für die Eltern möglich wäre, ihre Kinder von einzelnen Mittagen abzumelden, statt wie vom Stadtrat gefordert nur entweder Tagesschule oder nicht. Und andererseits können die Schulen nach ihrem Ermessen die Mittagszeit zwischen 80 und 100 Minuten festlegen.

Und die bessere Variante des Gemeinderates schreibt endlich die sinnlosen Hausaufgaben verbindlich als Aufgabenstunden als Bestandteil der Tagesschule in die Verordnung.

In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben Volksvertreterinnen und Volksvertreter regelmässig einen Beitrag. Alle im Stadtparlament vertretenen Parteien bekommen hierzu regelmässig Gelegenheit. Die Schreibenden äussern im Beitrag ihre persönliche Meinung.

Liv Mahrer, Gemeinderätin SP Kreis 9