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Sport Regional
05.09.2022
05.09.2022 09:28 Uhr

Ein magischer Europacup-Nachmittag

Bild: zvg
Die Saison 2022/23 der Hoppers ist erst wenige Wochen alt und bereits schenken sie ihren Anhängern einen magischen Handball-Moment. Im ersten Europacup-Heimspiel seit über einer Dekade schlägt GC Amicitia Zürich Gornik Zabrze (POL) mit 32:23 (14:13) und dreht damit den 19:27-Rückstand vom Hinspiel in Extremis.

Ein letzter Freiwurf. Soeben blieb GC Amicitia ein letztes Mal an der polnischen Deckung hängen. Die Schlusssirene ertönte und die beiden Mannschaften bereiten sich mental auf das bevorstehende Siebenmeter-Schiessen vor. Aber eben, ein letzter Freiwurf. Olafur Gudmundsson schnappt sich den Ball, vor ihm baut sich die Gornik-Mauer auf. Ein Seitenschritt, ein platzierter Wurf genau in den Winkel und eine Stimmungsexplosion auf den Rängen. Die Saalsporthalle steht Kopf.

Aus Siegtorschütze Gudmundsson sprach nach dem Spiel der ganze Stolz: «Wir haben nie aufgegeben und sind dafür belohnt worden.» Und auch Trainer Petr Hrachovec hob die Mentalität seiner Mannschaft hervor: «Heute war der Wille und der Glaube unverkennbar.»

Ein Auf …

Und dass die Hausherren nicht angetreten sind, um sich ehrenvoll aus dem europäischen Wettbewerb zu verabschieden, zeigten sie von der ersten Minute an. Sie legten los wie die Feuerwehr, gingen gleich mit 5:1 in Front und zwangen Gornik’s Trainer Marcin Lijewski bereits nach sieben Minuten ein erstes Timeout zu nehmen.

… und Ab

Seine Mannschaft fing sich in der Folge und bremste die Hopper’sche Euphoriewelle. Bis zu Halbzeit schmolz die Führung der Zürcher auf ein Tor und als Przytula die Polen Mitte der zweiten Halbzeit zum ersten Mal in Führung schoss, schien das Duell entschieden zu sein. Zu abgezockt wirkten die Gäste, um sich eine über beide Spiele kumulierte 9-Tore-Führung noch nehmen zu lassen.

Die Aufholjagd

Im Schlussdrittel der Partie zeigte die Mannschaft von Petr Hrachovec, dass sie trotz einiger Wechsel in der Sommerpause nichts von ihrer Mentalität und dem Teamspirit verloren hat. Neben dem beeindruckenden Kampfgeist zeigte auch die Manndeckung auf Gornik’s besten Werfer Przytula die gewünschte Wirkung. Und im Angriff «spielten wir mit der nötigen Ruhe und hielten uns diszipliniert an unseren Plan», so Hrachovec.

Tor um Tor holte das Heimteam auf. Und als Lukas Laube kurz vor dem Ende ein wichtiger Steal gelang, erhielten die Hoppers noch die Chance auf einen letzten Angriff. Und schliesslich auf einen letzten Freiwurf.

 

Spieltelegramm

GC Amicitia Zürich – Gornik Zabrze 32:23 (14:13)

GC Amicitia Zürich: Bar (13 Paraden), Bachmann; Blättler (7), Harbuz (6), Sluijters (5), Gudmundsson (5/1), Popovski (3), Laube (2), Bamert (1), Hrachovec (1/1), Quni (1), Poloz (1), Zeltner, Bader, Platz, Maros

Elad Ben-Am