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Aus dem Gemeinderat
14.09.2022
14.09.2022 16:07 Uhr

Eine flächendeckende Versorgung mit E-Ladestationen schaffen

Yasmin Bourgeois
Yasmin Bourgeois Bild: zvg
E-Mobilität macht nur Sinn, wenn es uns gelingt, den erforderlichen Strom CO₂-frei zu produzieren.

Yasmin Bourgeois, Gemeinderatin FDP, Kreis 7 + 8

Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes zu fordern, während Angst vor einer Strommangellage herrscht? Scheint absurd. Langfristig sind einige Punkte aber klar:

  1. Der Stromengpass wird vorbeigehen. Weil wir mehr (hoffentlich CO₂-armen) Strom produzieren werden und weil uns eine längere Mangellage gewisse Gewohnheiten hinterfragen lassen wird.

  2. Der Individualverkehr muss rasch CO₂-frei werden, wobei Elektroantriebe für den Privatgebrauch die Nase vorn haben.

  3. Individualverkehr wird es immer geben – gerade auch in Städten. Gut möglich, dass leichter Individualverkehr in Randstunden bald klimafreundlicher ist als fast leere ÖV-Fahrzeuge.

Deshalb sollte es Menschen möglich sein, auf Elektroantrieb umzustellen, wenn sie ohnehin ein neues Fahrzeug kaufen. Leider fehlt gerade in Städten oft die Möglichkeit zum Laden eines Elektrofahrzeugs. Deshalb werden auch heute noch viele fossil betriebene Fahrzeuge gekauft, die dann jahrelang unser Klima belasten. Doch wo finden wir Raum für Ladestationen, der dann, wenn die Menschen zu Hause sind, auch leer steht? Raum, der zudem gut über die Quartiere verteilt ist? Es gibt ihn: Alle Schulhäuser verfügen über eine begrenzte Anzahl Parkplätze.

Deshalb habe ich zusammen mit meinem Ratskollegen Christian Huser den Stadtrat im Herbst 2021 gebeten, diese Parkplätze möglichst flächendeckend mit kostenpflichtigen Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes auszurüsten. Diese sollen der Bevölkerung ausserhalb der Schulzeit offenstehen. Der Gemeinderat hat mein Anliegen nach einer kleinen Textänderung mit 94 Stimmen unterstützt – einzig gegen die Fundamentalopposition der Grünen.

Zürich hat damit die Chance, auf einen Schlag zu einer flächendeckenden Versorgung mit E-Ladestationen für Velos und Autos zu kommen. Und wenn die Stadt den Auftrag ausschreibt, kann sie damit sogar Geld verdienen.

Drei abschliessende Bemerkungen:

 

  1. Bei aller Sympathie zur E-Mobilität: Wenig gefahrene Autos sollten nicht vorzeitig ersetzt werden. Die graue Energie lässt grüssen.

  2. E-Mobilität macht nur Sinn, wenn es uns gelingt, den erforderlichen Strom CO₂-frei zu produzieren.

  3. Die Ladekabel-Vielfalt bei den E-Bikes ist ein Ärgernis. Hier braucht es Standards.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Herbst. Und dass Sie bei den kommenden Kantonsratswahlen daran denken, welche Partei eine Umweltpolitik vertritt, die wirksam und doch bezahlbar ist. Und welche Parteien lieber Symbol- und Verbotspolitik betreiben.

 

In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben Volksvertreter regelmässig einen Beitrag. Alle im Stadtparlament vertretenen Parteien bekommen hierzu regelmässig Gelegenheit. Die Schreibenden äussern im Beitrag ihre persönliche Meinung.

Yasmin Bourgeois, Gemeinderätin FDP, Wahlkreis 7 + 8