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Zürich Nord
14.09.2022
14.09.2022 10:24 Uhr

Ein Besuch auf der Grossbaustelle in Schwamendingen

Stück für Stück wir das Dach angebracht. Beim Tunnelbau sind spezielle fahrbare Schalwagen im Einsatz.
Stück für Stück wir das Dach angebracht. Beim Tunnelbau sind spezielle fahrbare Schalwagen im Einsatz. Bild: Astra
Das Bundesamt für Strassen Astra, der Kanton Zürich und die Stadt Zürich laden die Quartierbevölkerung von Schwamendingen am 1. Oktober von 10 bis 16 Uhr zum Baustellentag ein. Sie gewähren den Besuchenden einen Blick hinter die Kulissen der Einhausung Schwamendingen.

Karin Steiner

Am 4. März 2019 erfolgte der Start für das rund 314 Millionen Franken teure Bauwerk Einhausung Schwamendingen, das vom Bundesamt für Strassen Astra, dem Kanton und der Stadt Zürich realisiert wird und das den Schöneichtunnel auf 1,7 Kilometer verlängert. Ziel war es, die Quartierteile Schwamendingen-Mitte und Saatlen vor dem Lärm und den Abgasen der über 120 000 Fahrzeuge, die täglich auf der A1 unterwegs sind, besser zu schützen und sie miteinander zu verbinden.

Fertiggestellt sollte das gewaltige Bauwerk im 2. Quartal 2024 sein. Die Umgebungsarbeiten und die Arbeiten auf der Einhausung werden je nach den klimatischen Bedingungen noch einige Monate länger dauern und voraussichtlich Ende 2024 abgeschlossen.Inzwischen ist schon viel geschehen, und davon kann sich die Bewölkerung am Tag der Baustelle am 1. Oktober vor Ort überzeugen. An sieben Posten zwischen Schwamendingenstrasse und Parkplatz Aubrugg warten viele spannende Einblicke und Attraktionen auf die Besucherinnen und Besucher. Auf gut 500 Metern Baustelle erhalten sie Informationen zum Bau der Einhausung aus erster Hand. So präsentieren die am Bau beteiligten Unternehmen ihre Gerätschaften und gewähren Einblicke in das tägliche Handwerk auf der Baustelle.

Blick in die Zukunft

Es ist nicht zu übersehen, dass die Einhausung Schwamendingen langsam Gestalt annimmt. Die Autokolonnen bewegen sich bereits auf einer längeren Strecke durch den erweiterten Tunnel und Teile der neuen Saatlenunterführung sind bereits erstellt. Es stehen wieder beide Tunnelröhren des Schöneichtunnels für den Verkehr zur Verfügung.In den nächsten Monaten wird der Rohbau der Zentrale Schörli abgeschlossen. Danach erfolgen Innenausbau sowie Ausrüstung des Bauwerks.

Bis Ende der Bauphase 5.0, die bis März 2023 dauert, werden hier sämtliche Arbeiten abgeschlossen sein. Die Zentrale Schörli ist eine von insgesamt drei neuen Elektrozentralen, welche die Betriebs- und Sicherheitsausrüstungen des zukünftig um die Einhausung auf 1,7 Kilometer erweiterten Schöneichtunnels steuern und mit ausreichend Strom versorgen.

Start im Besucherzentrum

Viele Leute erleben das Entstehen der Einhausung von aussen als Zuschauer oder auch auf der Durchfahrt auf der A1 durch die neu entstandenen Tunnelwände. Am Tag der Baustelle am 1. Oktober erhalten sie nun Gelegenheit, einen vertieften Einblick zu bekommen.Die Tour startet an der Schwamendingenstrasse im Besucherzentrum. Es vermittelt mit multimedialen Installationen, Modellen und Informationstafeln, wie die Idee der Einhausung entstand, wie das Projekt geplant, der Bau umgesetzt und wie schliesslich der künftige Hochpark aussehen wird.

Ein Park für das Quartier

Der Ueberlandpark entsteht auf dem Dach der Einhausung und ist ein schweizweit einzigartiger, durchgehender Grün- und Freiraum für die Quartierbevölkerung. Entlang der Einhausung werden beidseitig öffentliche Wege angelegt, welche die Zugänglichkeit zum Park zu Fuss und mit dem Fahrrad erleichtern. Von ihnen gehen Rampen, Treppen und Lifte aus, mit denen der Freiraum auf der Einhausungsdecke erreicht werden kann. Wo keine Aufgänge zu liegen kommen, wird die Wand gestaltet. Dies wird durch eine Bepflanzung und eine Aufrauung der Oberfläche geschehen. Rund 60 Prozent der Wandflächen sollen begrünt werden. Es wird keine ungestalteten Betonwände geben.

Weiter geht der Rundgang zu einer Baumaschinenausstellung. Hier kann man die verschiedenen Baumaschinen und Fahrzeuge der Unterhaltsdienste bestaunen und für einen Moment selbst zum Baggerführer oder zur Baggerführerin werden.Beim Posten 3 und 4 wirft man einen Blick auf die neue Unterführung Saatlenstrasse und taucht in die Einhausung ein. Sie ist nur an diesem Tag zu Fuss erlebbar. Dort erwarten die Gäste verschiedene weitere Informationsposten. Nach Ver­lassen der Einhausung wirft man einen Blick in die Zentrale Aubrugg, die quasi das Gehirn (Steuerung) und das Herz (Stromversorgung) für den Betrieb der Einhausung ist.

Bei Posten 6 zeigt die Stadt Zürich anhand eines Modells auf, wie der Ueberlandpark zukünftig gestaltet wird. Von hier aus startet man über die Rampe eine Reise auf die Einhausung (Posten 7). Im ganzen Baustellenbereich gibt es zudem weitere interessante Posten zu entdecken. So bringt der Baumeisterverband die auf der Baustelle vertretenen Berufe näher und die Planer des Rohbaus die mit der Einhausung verbundenen Ingenieurleistungen. Die IG Pro Zürich 12 stellt die im Zuge der Einhausung entstehenden Neubauprojekte für attraktiven Wohn- und Lebensraum im Quartier vor.

Flohmarkt und Verpflegung

Im Bereich Aubrugg stehen in Zusammenarbeit mit Vereinen aus Schwamendingen und Cateringunternehmen gegen Bezahlung verschiedene Stände mit Essen, Getränken und Sitzgelegenheiten bereit. Hier können Kinder ihren eigenen Baustellenhelm gestalten. Auf dem Parkplatz Auhof findet der Flohmarkt der Schwamendinger Vereine statt. Hier ist auch genügend Platz vorhanden, um das eigene Velo zu parkieren.  Da es keine zusätzlichen Parkplätze für Autos gibt, wird dringend geraten, per öffentlichem Verkehrsmittel, zu Fuss oder mit dem Velo an den Baustellentag zu kommen. Auch eine begehbare und erlebbare Baustelle bleibt eine Baustelle. Entsprechend ist gutes Schuhwerk ratsam.

  • Der Verkehr auf der A1 bewegt sich bereits durch den Tunnel. Noch fehlt die Bedachung. Bild: Astra
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  • Blick vom Kran aus auf die schon weit fortgeschrittene Grossbaustelle. Bild: Astra
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Karin Steiner