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Zürich Nord
13.09.2022
13.09.2022 09:14 Uhr

Wümmetfäscht mit Umzug: Höngg präsentiert sich in Festlaune

Der farbenprächtige Festumzug am Sonntag gehört zu den Höhepunkten.
Der farbenprächtige Festumzug am Sonntag gehört zu den Höhepunkten. Bild: zvg.
Nach einer dreijährigen Pause findet das Höngger Wümmetfäscht wieder statt. Der traditionelle Anlass hat viel zu bieten, auch wenn die Gewerbebeiz verschwunden ist.

Béatrice Christen

Zum 44. Mal geht das Höngger Wümmetfäscht über die Bühne. Der dreitägige Anlass ist nicht nur im Quartier ein Höhepunkt. Gäste von nah und fern finden den Weg ins Rebbauerndorf, wenn es heisst: «Es isch Wümmetfäscht, chum doch au!»

Einzug des Sauserwagens

Den Auftakt zum Wümmetfäscht 2022 macht am Freitagabend um 18 Uhr der Einzug des mit Blumen bekränzten Sauserwagens auf dem Festplatz bei der «Sonnegg». Anschliessend laden verschiedene Treffpunkte mit kulinarischen ­Spezialitäten zum Verweilen ein. An den Ständen gibt es Köstlichkeiten aus aller Herren Ländern, und wer es traditionell angehen möchte, kann sich im Raclette-Zelt bedienen lassen oder die Sportbar besuchen. Verschwunden ist allerdings die Gewerbebeiz. Hier wurden die Gäste von den Höngger Gewerbeleuten bedient. Der OK-Präsident des Wümmetfäschts, Heinz Buttauer, sagt auf die Nachfrage von «Zürich Nord»: «Es waren verschiedene Umstände, welche dazu führten, dass dieser beliebte Treffpunkt aufgelöst wurde. Als Alternative gibt es nun die Winzerlounge, in der man gemütlich zusammensitzen kann.» Ein weiterer Ort der Begegnung sind – neben anderen – auch die Wybar und die Wylaube. Hier wird übrigens der einheimische Höngger Flaschenwein ausgeschenkt. In der «Mühlehalde» findet ab 22 Uhr die Wümmetparty mit DJ Fabio Gomez statt, die bis um 4 Uhr morgens dauern soll.

Führungen im Rebberg

Der Wümmetznüni am Sonntag ist aus Platzgründen ebenfalls gestrichen worden. Heinz Buttauer weist auf den Zunft­zmorge hin, der jedoch kein Ersatz sei, ­betont, dass es aber andere Gastrobetriebe gäbe, die am Sonntagmorgen feine Sachen anbieten würden. Am Samstag und Sonntag nehmen Höngger Vereine, Firmen und Institutionen am Marktbetrieb teil. Ferner stehen Führungen auf den Kirchturm und im Rebberg auf dem Programm. Auf der Kleinkunstbühne an der Ackersteinstrasse werden Auftritte von Kunstschaffenden präsentiert, wie etwa die gewaltfreie Kampfkunst Aikido oder eine Tango-Show mit einem Schnupperkurs. Der traditionelle Höngger Abend findet am Samstag ab 19 Uhr mit der Jodlerin Luise Beerli in der «Mühlehalde» statt.

Das Höngger Wümmetfäscht ist ­einer der grössten Quartieranlässe auf Stadtgebiet und lockt jeweils mehr als zehntausend Besucher an. Es gründet sich auf die erste grosse Weinlese im Jahre 1973 des vier Jahre zuvor mit Reben bepflanzten Kirchenhügels. Werner Wydler, so ist in der Ortsgeschichte Höngg von Georg Sibler nachzulesen, habe als damaliger Präsident des Quartiervereins die Idee zu diesem Fest gehabt. So fand nach der ersten richtigen Wümmet 1973 auch das erste Wümmetfäscht statt – vor der reformierten Kirche, mit einer Bühne als einziger Einrichtung. Das ist heute anders: Das Festgelände erstreckt sich von der Kirche über die Bauherrenstrasse bis in die obere Ackersteinstrasse. Mitten im Herzen von Höngg kann also vom Freitag, 23. September, bis am Sonntag, 25. September, gefeiert werden.

Im Prinzip hätte das Wümmetfäscht letztes Jahr stattfinden sollen, doch die Pandemie machte den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Und nun, ein Jahr später, kann das Fest wieder stattfinden. Ein Höhepunkt ist zweifellos der Festumzug, der am Sonntagnachmittag um 14 Uhr bei der Polizeiwache startet. Er führt bis zur Tramhaltestelle Wartau und kehrt im Contremarsch zum Ausgangspunkt zurück.  Mehr als zwanzig Gruppen mit Oldtimern, Handwagen und anderen Sujets sind ziehen durch Hönggs Strassen. Am alle vier Jahre durchgeführten Umzug sind als Prominenz die Ehrenpräsidentin Emerita Seiler sowie der Ehrenpräsident Paul Zweifel, Altstadtrat Andres Türler, Zunftmeister Walter Zweifel, Quartiervereinspräsident Alexander Jäger sowie die Präsidentinnen und Präsidenten der an Höngg angrenzenden Quartiervereine und Oberengstringen eingeladen. Ferner wird das OK Wümmetfäscht mitlaufen.

Das Kinderprogramm

Doch nicht nur die Erwachsenen kommen am Wümmetfäscht auf ihre Kosten. Für die Kinder gibt es – neben anderen ­Attraktionen – auch ein Ponyreiten und ein Chaschperlitheater. Die Grösseren haben die Möglichkeit, sich vom ersten Stock des Pfarrhauses abseilen zu lassen, oder sie können sich in der Bastelecke der Cevi aufhalten. Hinter den Kulissen hat das OK Wümmetfäscht dafür gesorgt, dass nach der Pandemie trotz der Gross­baustelle im Zentrum von Höngg ein ­abwechslungsreiches Wümmetfäscht inklusive des Festumzugs über die Bühne gehen kann.

Béatrice Christen