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Auto & Mobil
16.06.2022

Für Sie erfahren: Lexus NX 450 h AWD

Hinter der wuchtigen Front sitzen eher zurückhaltende Menschen.
Hinter der wuchtigen Front sitzen eher zurückhaltende Menschen. Bild: zvg.
Die zweite NX-Generation von Lexus hat sich zur bestverkauften Baureihe der Toyota-Luxusmarke in der Schweiz entwickelt. Im Bericht der NX als Plug-in-Hybrid.

Jürg Wick

Der Lexus NX ist ein mittelgrosser SUV in der Luxuskategorie, an der Basis ab  49900 Franken erhältlich. Das klingt «aldisiert»; einen Einstiegs-Lexus kauft in der Schweiz jedoch kaum einer. Sondern vorwiegend den NX 450 h als Plug-in-Hybrid, mit dem man maximal 70 Kilometer rein elektrisch fahren kann.

Formatmässig konkurriert der 450 h mit SUV wie BMW X3, Ford Kuga oder Volvo XC60, leistungsmässig mit seiner Systemleistung (Verbrenner- und Elektromotor) von 305 PS kann er mehr als mithalten, bemüht sich aber über seinen ­Charakter überhaupt nicht, dynamische ­Ambitionen vorzugaukeln. Nein dieser Japaner ist trotz seiner imposanten Front ein überzeugender Tranquilizer, drückt nicht, lärmt nicht, stresst nicht.

Mit allen Annehmlichkeiten

Ein geräumiger Aufenthaltsraum mit ­allen Annehmlichkeiten und dem Sortiment von Assistenzsystemen, wie man es von einem Auto in dieser Preisklasse erwartet. Sofern die tägliche Pendlerdistanz bei rund 50 km liegt, kann man an einer Haushaltssteckdose über Nacht Strom zapfen und so eine Woche lang ohne CO2-Emissionen fahren.

Im Mix über 100 Kilometer kommt man auf einen Verbrauch von 3 bis 4 Litern Benzin, je nachdem, wie fleissig man die Rekuperierungsmöglichkeiten nutzt. Die Energierückgewinnung funktioniert über das Bremspedal oder über mehrere Stufen dosiert via Paddel am Lenkrad.

Zwei Aspekte gilt es zu kritisieren. Erstens, sofern man im automatisch nach dem Start eingeschalteten Elektromodus losfährt und danach später stark beschleunigen will, fällt das Spurtvermögen – eben rein elektrisch – sehr zögerlich aus. Zweitens kann man im normalen ­Modus nicht ausschliesslich mit Benzin fahren. Solange die Batterie für den Vorwärtstrieb noch Restreichweite bietet, schaltet die Steuerung je nach Pedalstellung immer wieder in den Elektromodus; Toyota erzieht den Fahrer zur Sparsamkeit.

An das unlogische Wählhebelschema kann man sich gewöhnen. Und gerne ­gewöhnt man sich an die haptisch angenehmen Materialien sowie die üppigen Ablagemöglichkeiten. Im Laderaum lassen sich die Stromanschlüsse sauber darunter verstauen, was bei vielen Konkurrenten leider noch nicht fertig gelöst ist.

Am Steuer eines Lexus NX 450 h sitzt vermutlich kein Autofan, aber einer, der Wert darauf legt, mit seinem Auto ein ­ordentliches Bild abzugeben und längerfristig rechnen kann. Die Lexus sind zwar vergleichsweise teuer, verzeichnen jedoch einen geringen Wertverlust.

SteckbriefLexus NX 450 h AWD

 

Preis ab Fr. 75 900.–

Zylinder/Hubraum R4/2487 ccm + 2 Elektromotoren

Leistung (System) 309 PS/ 6000/min

Drehmoment 227 Nm/3200/min

Antrieb Allrad, AT stufenlos

0 bis 100 km/h 6,3 sec

V/max 200 km/h, abgeregelt

Verbrauch (Benzin) 1,1 l/100 km (Werk)

Verbrauch im Test 1,6 l/100 km/14,9 kWh

CO2-Ausstoss 25 g/km

Länge/Breite/Höhe 466×187×164 cm

Leergewicht 2025 kg

Kofferraum 545–1436 l

Tankinhalt 55 l

El. Reichweite 70 km (Werk)

+ Laufruhe, Verbrauch, Raum

Getriebeschalter, Gewicht,Wendekreis

Aufgefallen: erzieht den Wolf zum Schaf.

Jürg Wick