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Stadt Zürich
23.09.2022

Zurück im Zürcher Outback

Die Tage des waschechten Zürchers Uki in Zürich sind gezählt. Er wird bald in einen anderen Zoo verlegt.
Die Tage des waschechten Zürchers Uki in Zürich sind gezählt. Er wird bald in einen anderen Zoo verlegt. Bild: Zoo Zürich, Maria Schmid
Die drei Koalas des Zürcher Zoos konnten kürzlich nach einer umfassenden Neubepflanzung des Australienhauses in ein verdichtetes Eukalyptus-Futterparadies zurückkehren.

Uki ist ein waschechter Zürcher. 2020 kam er als erster Koala in der Schweiz im Zoo Zürich auf die Welt. Ein schöner Zuchterfolg für den Zoo, der am europäischen Erhaltungszuchtprogramm für die Koalas beteiligt ist. Nun war Uki den Sommer über im Exil, denn das Australienhaus wurde pflanzlich verdichtet.

Es ist dort ein ­eigentlicher Eukalyptuswald mit über tausend neuen, zum Teil stattlich grossen Pflanzen entstanden. Diese machen das Zuhause der Koalas grüner und naturnaher. Und dank der neuen, bis zur Decke durchgehenden Scheiben verbessern sich die klimatischen Bedingungen für die Pflanzen.

Ein Koalamännchen zu viel

Neben Uki leben noch zwei weitere Koalas im Zoo Zürich: ein weiteres Männchen namens Tarni, im Mai aus Duisburg zu­gezogen, und das Weibchen Maisy. Die Männchen sind von Natur aus territorial und dulden keine Rivalen in ihrem Revier. Dank der Aufteilung der Anlage kann der Zoo die beiden dennoch unkompliziert voneinander getrennt halten.

Ukis Zeit in Zürich läuft allerdings ab. Er wird gegen ein weiteres Weibchen ausgetauscht und in einen anderen Zoo verlegt. Hoffentlich benimmt er sich dort anständig und schadet dem Ruf Zürichs nicht. Man darf annehmen, dass er dort ähnlich wie Tarni ebenfalls eine ganz bestimmte Aufgabe übernehmen wird – als Fortpflanzungswanderarbeiter sozusagen. Oder doch eher als Businessnomade? In Zürich hingegen hofft man nun, dass es zwischen Tarni und Maisy «funkt» und die beiden erfolgreich für Nachwuchs sorgen.

Bedrohte Reptilienarten

Der Zoo hat die Neubepflanzung und Anpassung des Hauses zum Anlass genommen, um auch im Reptilienbestand Änderungen vorzunehmen. Im Rahmen seines Entwicklungsplans 2050 konzen­triert er sich auf die Haltung und Nachzucht von Tierarten, die bedroht sind. Aus diesem Grund hat er die bisherigen Arten abgegeben. An ihrer Stelle ziehen in den nächsten Wochen nun der Exuma-Wirtelschwanzleguan und der Savu-Python im Australienhaus ein. Man wird als Zoo­besucher also nicht nur in die Eukalyptusbäume schauen müssen.

Tobias Hoffmann