Home Quartiere Sport Regional Rubriken In-/Ausland

Nicht klatschen. Sondern zahlen!

Martin Götzl.
Martin Götzl. Bild: zvg
Der Staatsmoloch rollt, bald arbeitet jeder Dritte beim Staat oder in staatsnahen Betrieben. Das überproportionale Wachstum muss gebremst werden.

Wer in der Stadtzürcher Verwaltung arbeitet, profitiert von guten Löhnen, hat einen sicheren Job und kann sich über Privilegien freuen.

Der Staatsmoloch ist offensichtlich nicht zu bremsen. Bald schon arbeitet jeder Dritte beim Staat oder in staatsnahen Betrieben. Trotzdem, die Stadt Zürich mit über 30 000 Mitarbeitenden (zum Vergleich 2017: 27 411) klagt über Fachkräftemangel und vollzieht deswegen eine Teilrevision vom Personalrecht.

Zwei Schwerpunkte sind darin enthalten: Den städtischen Angestellten wird die freiwillige Beschäftigung über das 65. Altersjahr hinaus ermöglicht. Und den Angestellten wird ab dem 60. Altersjahr ermöglicht, sich durch Altersteilzeit zu entlasten, ohne dass dies zu Einbussen bei der Altersrente führt. Diese Ansinnen sind unterstützenswert.

Trotzdem, die Stadtzürcher Personalpolitik ist nicht nachhaltig. En vogue hat sich in den links-grünen Städten ein Hofstaat von Privilegierten herausgebildet. Statt vier Wochen Ferien werden sechs bis acht Wochen Ferien gewährt. National ein Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen, die Stadt Zürich gewährt vier Wochen. Und, und, und.

Rot-Grün redet dann von «sozialer Gerechtigkeit». Kräftig wird in die «Honigtöpfe» gegriffen. Der SP-Kreisschulpflegepräsident Roberto Rodriguez hat für seinen freiwilligen Jobwechsel eine Entschädigung von 650 000 Franken kassiert. Claudia Nielsen (SP) krallte sich sogar 850 000 Franken. In der Corona-Krise gab es staatliche Einmalzulagen. Das Credo der rot-grünen Luxussozialisten: Klatschen als Wertschätzung unerwünscht. Nicht klatschen. Sondern zahlen!

Gleichzeitig bangen Menschen in der Privatwirtschaft um ihren Job. Die Schere der Ungleichheit öffnet sich weiter. Das Lohnniveau beim Staat liegt mit einem Durchschnittslohn von 8012 Franken um 26 Prozent deutlich über jenem der Privatwirtschaft.

Die Personenfreizügigkeit hat die Zahl der Staats­stellen noch deutlich angeheizt. Seit sie in Kraft trat, sind netto 1 053 000 neue Arbeitskräfte in den Schweizer Markt eingetreten. Mehr als die Hälfte sind beim Staat untergekommen: 5 50 000. Dieses exorbitante Personalwachstum muss vermindert werden. Jetzt. Subito.

Ein weiterer Trend: Die Teilzeitarbeit hat in der Verwaltung deutlich stärker zugelegt als in der Privatwirtschaft. Beim Staat stieg sie seit 1991 von knapp 25 auf 43 Prozent. Im Gesundheitswesen lässt sich die jüngste Zunahme immerhin durch die Schichtarbeit und den Corona-Stress erklären.

Während in der Privatwirtschaft noch zwei Drittel ein volles Pensum bestreiten, sind es beim Staat nur noch rund ein Drittel. Pikant ist, dass es vor allem die Beschäftigten im öffentlichen Dienst und in Monopolbetrieben sind, die über Burn-outs klagen. En vogue der Privilegierten.

In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben Volksvertreterinnen und -vertreter regelmässig einen Beitrag. Alle im Stadtparlament vertretenen Parteien bekommen hierzu regelmässig Gelegenheit. Die Schreibenden ­äussern im Beitrag ihre persönliche Meinung.

Martin Götzl, Gemeinderat SVP, Wahlkreis 11