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Zürich Nord
30.09.2022
29.09.2022 14:07 Uhr

Tram Affoltern soll schneller als die Autos fahren dürfen

Dereinst wird der 15er anstatt der 11er ins Auzelg fahren. Damit wird die Linie 15 zu einer «grossen» Verbindung heraufgestuft.
Dereinst wird der 15er anstatt der 11er ins Auzelg fahren. Damit wird die Linie 15 zu einer «grossen» Verbindung heraufgestuft. Bild: ls.
Dank separatem Trassee soll das 11er-Tram der Linie nach Affoltern (zwischen Radiostudio und Holzerhurd) künftig mit bis zu 50 km/h fahren, auch wenn nebenan auf der Strasse 30 km/h gilt.

Pia Meier

Das Tram Affoltern – ein Projekt von Stadt und Kanton Zürich – soll zwischen Radiostudio und Holzerhurd fahren. Es ist geplant, dass die Linie 11 dorthin verlängert wird. Die Linie 15 wird dann neu vom Bucheggplatz ins Auzelg fahren. Insgesamt sind auf der 4 Kilometer langen Strecke sieben neue Tramhaltestellen vorgesehen. 550 Meter beträgt der durchschnittliche Haltestellenabstand. Die Bauzeit inklusive Kanalbau beansprucht 3 ½ Jahre.

Das Tram ersetzt die Trolleybuslinie 32 zwischen Bucheggplatz und Holzerhurd. «Mit der neuen Tramlinie werden zusätzliche Kapazitäten geschaffen, und Affoltern erhält eine direkte ­Anbindung an die Innenstadt», halten die VBZ fest. «Die vorgesehene Eigentrassierung stellt zudem einen raschen und zu­verlässigen Betrieb sicher.» Die Kosten ­betragen insgesamt 280 Millionen plus/­minus 20 Prozent. Das Projekt wurde ­bereits mehrfach im Quartier präsentiert. Am 3. Oktober wird Stadtrat Michael Baumer beim Affoltern Diagonal über den aktuellen Stand informieren (siehe Kasten).

Allenfalls noch Volksabstimmung

Am 6. April 2022 hat der Bundesrat die In­frastrukturkonzession erteilt und im Juni 2022 das Projekt Tram Affoltern ins Agglomerationsprogramm der 4. Generation zur Mitfinanzierung aufgenommen. Der Bund stellt einen Beitrag von über 100 Millionen Franken für dieses Tram in Aussicht. Damit gibt er grünes Licht für den geplanten Bau der neuen Direktverbindung vom Quartier Affoltern bis ins Stadtzentrum. Die VBZ hatten beim Bundesamt für Verkehr die Infrastrukturkonzession beantragt, um die Freigabe für den geplanten Netzausbau und den Betrieb der zukünftigen Tramlinie zu erhalten.

Es wurde unter anderem geprüft, ob ein öffentliches Interesse am Bau und am Betrieb des neuen Trams Affoltern besteht. Gemäss Leistungsauftrag zwischen dem Kanton Zürich und der Stadt Zürich wird unter der Gesamtprojektleitung der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) aktuell ein Bau- und Auflageprojekt für das Tram Affoltern erstellt. Dieses wird bis Ende 2023 fertiggestellt.

Ab 2023 steht als nächster Schritt mit dem Plangenehmigungsverfahren nach Eisenbahnrecht das ordentliche Baubewilligungsverfahren an, wie die VBZ auf ihrer Homepage schreiben. «Danach folgen die öffentliche Auflage, das Plangenehmigungsverfahren und die Plangenehmigungsverfügung, das heisst die Baubewilligung.

Nach der Kreditgenehmigung durch das Parlament und allenfalls die Stimmbevölkerung könnte voraussichtlich 2026 mit dem Bau begonnen werden», so die VBZ. «Die Inbetriebnahme mit der neuen Direktverbindung zwischen dem Quartier Affoltern und der Innenstadt ist dann ab Ende 2029 vorgesehen.»

Getrennt von der Strasse

Im Frühjahr 2021 zeigte sich, dass in Bezug auf das Temporegime auf der Wehntalerstrasse ein unabhängiger Bahnkörper überprüft sowie Abschnitte der Velovorzugsroute ins laufende Projekt integriert werden sollen. Diese Abklärungen nahmen gemäss VBZ rund ein Jahr in Anspruch. Der Regierungsrat des Kantons Zürich sowie der Stadtrat der Stadt Zürich haben nun einen Zusatzkredit von knapp 2 Millionen Franken für die weitere Projektierung genehmigt.

Dieser Zusatzkredit wird für Projektänderungen in Zusammenhang mit dem Temporegime und den Velovorzugsrouten benötigt. «Mit dem Tram Affoltern wird ein Bauwerk erstellt, das über Generationen bestehen bleibt», wird in der Mitteilung der VBZ betont. «Um attraktive Reisezeiten gewährleisten zu können, soll das Tram künftig auf einer Länge von rund 2,2 km von insgesamt 4 km neu auf einem sogenannten unabhängigen Bahnkörper (UBK) fahren.»

Als UBK gelten Tramstrecken, auf denen ausschliesslich Schienenfahrzeuge verkehren können. «Damit verkehren die Trams künftig auch unabhängig von späteren Entscheiden zum Temporegime mit einer ­Geschwindigkeit bis zu 50 km/h und garantieren so eine attraktive Reisezeit von voraussichtlich 17 Minuten vom Zehntenhausplatz zum Hauptbahnhof.»

Neu führen zwei Velovorzugsrouten durch den Projektbereich Tram Affoltern, im Bereich Käferholzstrasse bis Glaubtenstrasse entlang der Wehntalerstrasse ­sowie im Bereich Radiostudio entlang der Hofwiesenstrasse. Diese werden nun ­planerisch ins Bauprojekt Tram Affoltern integriert.

Infoanlass über die Verkehrs- und Bauprojekte

Die Stadt informiert die Quartierbevölkerung von Affoltern über aktuelle Planungen, Hochbauten, Infrastrukturvorhaben und Projekte wie das erwähnte Tram im öffentlichen Raum. Dabei sind u. a. die Stadtratsmitglieder André Odermatt, Simone Brander und Michael Baumer: Montag, 3. Oktober, 19 Uhr, Affoltern Diagonal, Kirche Glaubten, Riedenhaldenstrasse 1.

Pia Meier