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Zürich 2
13.10.2022
12.10.2022 22:38 Uhr

Leimbacher Naturoasen und Vernetzungskorridore

Die Teilnehmenden erfuhren, wie wichtig Korridore von einem Lebensraum zum nächsten sind.
Die Teilnehmenden erfuhren, wie wichtig Korridore von einem Lebensraum zum nächsten sind. Bild: zvg
Ein trotz Regenwetter gut besuchter informativer Naturspaziergang führte vom Bahnhof ­Manegg über die Sihl und den Rütschlibach zum «Fallätschegarte».

Eine interessierte und wetterfeste Gruppe von gegen 20 Personen traf sich Ende ­September gegen Abend am Bahnhof Manegg. Eingeladen haben die AG Grünraum und die Grünen Kreis 1 und 2 zu einem Spaziergang zum Thema «Vernetzungskorridore und bedrohte Naturoasen».

Umweltingenieurin Yvonne Bollinger erzählt von den Stadttieren und davon, was sie brauchen, um im Siedlungsraum leben und sich bewegen zu können. Oder wo Gefahren lauern und wie wichtig Korridore von einem Lebensraum zum nächsten sind. Der anschauliche Weg führt der Sihl entlang über den Rütschlibach bis zum «Fallätschegarte» zuoberst in Leimbach. Beim «Fallätschegarte» weist die Referentin im letzten Abendlicht auf die verwilderten Ecken und die ungeschnittene Wiese hin, wo Insekten, Heuschrecken und andere Tiere überwintern, Nahrung finden und sich vermehren können. Für die Natur sehr wertvoll sind hier auch die alten Obstbäume mit viel Totholz, das für Pilze, Käfer und Insekten ein wertvoller Nahrungs- und Lebensraum ist und diese dann wiederum von vielen Vögeln oder Fledermäusen geschätzt werden.

Über das Engagement für den Schutz des «Fallätschegarte» informiert Sibylle Kauer, Gemeinderätin und im Vorstand des Vereins Naturschutz Fallätsche, die Anwesenden. Die grosse Naturoase soll für 54 Eigentumswohnungen einer Zuger Investmentfirma gerodet und überbaut werden, worüber auch schon berichtet wurde. Auf Initiative von Anwohnenden und mit 440 Unterschriften aus dem Quartier konnte die Rodung letztes Jahr abgewendet und eine Schutzabklärung durch die Stadt Zürich ausgelöst werden. Der Entscheid dazu vom Stadtrat wird Ende Jahr erwartet.

Anwohnende, die Grünen sowie Natur- und Landschaftsschutzvereine bemühen sich seit letztem Jahr um einen Schutz des ökologisch wertvollen Grundstücks, um beim kommunalen Richtplanziel von mehr und besser vernetzten ökologischen Flächen im Siedlungsraum Zürich einen Schritt voranzukommen.

Nach dem spannenden, aber nasskühlen Rundgang sind alle froh um den abschliessenden Apéro im Trockenen und Warmen. Mit angeregten Gesprächen und Diskussionen geht dieser spannende Rundgang mit reger Teilnahme aus dem Quartier zu Ende.

(e.)