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Züriberg
27.10.2022
24.10.2022 15:37 Uhr

Baugesuch für besetztes Haus verzögert sich erneut

Seit 2017 dauert der Zank um die hier geplante Überbauung schon an. «Die Besetzer freuts»,  so das Urteil von Yves Meili, dem CEO der Meili Unternehmungen. Bild ls.
Seit 2017 dauert der Zank um die hier geplante Überbauung schon an. «Die Besetzer freuts», so das Urteil von Yves Meili, dem CEO der Meili Unternehmungen. Bild ls. Bild: ls.
Bei der Überbauung Freiestrasse in Hottingen gehts einfach nicht weiter. Die Stadt räumt Kommunikationsfehler ein. Die Meili Unternehmungen AG muss die seit 2017 dauernde Besetzung weiter dulden.

Die drei Gebäude an der Freiestrasse 134, 136 und 138 stammen aus den 1920er- und den 1980er-Jahren. Sie gehören der Interpool Consulting AG, einer Investmentfirma der Zürcher Meili Unternehmungen. Sie sind seit 2017 besetzt, weil es immer wieder Einsprachen aus der Nachbarschaft gegen die Neubauten mit zwei Mehrfamilienhäusern und je 13 Miet- und 13 Eigentumswohnungen gibt. «Leider hat die Stadt Zürich das Baugesuch sistiert, weil es zusätzliche Abklärungen zum Baumschutz der benachbarten inventa­risierten Anlage (‹Böcklin-Institut›) wünschte», heisst es vom Meili-CEO Yves Meili auf Anfrage. «Die Stadt vergass, uns das mitzuteilen.» Dies sei nun nachgeholt, und «wir hoffen auf eine zeitnahe Erteilung der Baubewilligung. Einen Baubeginn sehen wir jedoch noch nicht am Horizont.» Grund: Ein «sehr sensibler Nachbar» habe erneuten Widerstand gegen das neue Projekt, welches laut Meili Resultat eines Varianzwettbewerbs war, ­angekündigt hat. «Wenigstens freut es die Besetzer», so Meili weiter.

Ein Gebrauchsleihevertrag
Mit diesen hatte die Eigentümerschaft schon 2017 einen sogenannten Gebrauchsleihevertrag abgeschlossen. Eigentlich blieb nichts anderes übrig, weil ein Hinauswurf aufgrund der restriktiven Handhabung der Stadt im Umgang mit Besetzungen nur schwer möglich sei, wie die NZZ schon vor fünf Jahren zu besagter Besetzung schrieb. Immerhin gab es seither nie Anlass zu Klagen aus der Umgebung, wie es von der Stadt auf Anfrage heisst. Und die vergessen gegangene Information wegen des sistierten Baugesuchs? «Aufgrund eines Missverständnisses, was die Zuständigkeiten ­zwischen den verschiedenen Vernehmlassungsstellen angeht, wurde die Bauherrschaft tatsächlich erst verzögert ­informiert», sagt die Mediensprecherin des Hochbaudepartements auf Nachfrage. Bei der ersten Anfrage tönte das noch anders. «Nein», hiess es auf folgende Frage: «Stimmt es, dass die Stadt vergass, dem Bauherrn mitzuteilen, dass sie zusätzliche Abklärungen zum Baumschutz der benachbarten inventarisierten Anlage (‹Böcklin-Institut›) wünschte?»
Und wie ist der Stand heute? «Aktuell befindet sich das sistierte Baugesuch in der Vernehmlassung bei den verschiedenen beteiligten Stellen.» Eine Terminangabe sei nicht möglich, wann die Bewilligung erteilt wird. Und die letzte Frage an die Stadt: «Wie schätzt sie die aktuelle ­Situation mit der Hausbesetzung ein?» – «Es sind keine Probleme bekannt.»

Lorenz Steinmann