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Auto & Mobil
28.10.2022
28.10.2022 16:12 Uhr

Für Sie erfahren: Mazda 3 AWD AT

Der Mazda 3 steht für das bewährte Konzept der fünftürigen Limousinen, die ihren Platzzunehmend an die so genannten SUV und Crossover verlieren.
Der Mazda 3 steht für das bewährte Konzept der fünftürigen Limousinen, die ihren Platzzunehmend an die so genannten SUV und Crossover verlieren. Bild: zvg.
Der Mazda 3 gehört zur aussterbenden, einst populärsten ­Autoklasse in der Schweiz. Einiges spricht weiterhin für einen Kompakten, statt ein SUV.

Jürg Wick

Für Leute, die noch gerne Auto fahren, ist der Mazda 3 noch eines das Freude macht. Das merkt man auf den ersten Metern. Federt herb, aber gekonnt gedämpft, und lenkt präzise ein. Das erledigt der Mazda-Dreier besser als jedes SUV.

Und an der Tanke bleibt der Frankenbetrag tiefer stehen, auch wenn der Benzinverbrauch nicht so tief ist, wie bei den Besten in seiner Klasse. Das ist der Mazda-Philosophie geschuldet, einiges etwas anders machen zu wollen als die Konkurrenz. Statt eines Turboladers bieten die Japaner einen Kompressor auf, was sich in einer kontinuierlichen statt eruptiven Leistungsentfaltung bemerkbar macht. So ist das Fahrgefühl ziemlich sportlich, man sitzt auch tief. Antipodisch zu einem SUV eben.

Profan ausgedrückt spürt man sich mit dem Auto direkter verbunden, was auch bei den Mitfahrern dank weniger Seitenneigung positiv ankommt. Man handelt sich dafür, das muss erwähnt sein, ein im Vergleich zur momentan stark gefragten Fahrzeugklasse ungünstigeres Raumangebot auf identischer Aussenfläche ein.

Die sechsstufige Automatik macht einen guten, mitdenkenden und fahraktiven Job. Der Beinraum hinten ist für Erwachsene beengt, für Heranwachsende okay. Der glattflächige Kofferraum und die ebene Ladefläche bei geklappten Rücksitzlehnen ist ordentlich, in einem gleich grossen SUV aber markant generöser.

Allrad muss nicht sein

So viel zur Frage, ob untere Mittelklasse oder kompakter SUV. Preislich ist mit einer Investition von 10 Prozent zugunsten eines profanen Hatchbacks mit fünf Türen zu rechnen, sofern man Allradantrieb, wie im vorgestellten Modell, voraussetzt. Der muss für Flachländer nicht zwingend sein, gute Winterreifen vorausgesetzt. Punkto Traktion gewinnt der Kompressor gegenüber den forsch aus tiefen Drehzahlen einsetzenden aktuellen Turbos.

Mazda-spezifisch missfällt im Maz­da 3 AWD AT die auf Anhieb komplizierte und gewöhnungsbedürftige ­Bedienung der sekundären Bedienelemente wie Bordcomputer oder Audioanlage. Wenn man sich an seinen neuen Lebensabschnittbegleiter gewöhnen kann, statt wie der Tester alle zwei Wochen neu einrichten muss, dürfte dies eine Marginalie sein. Die Preisliste beginnt bereits mit 122 PS mit Front­antrieb und 6-Gang-Schaltgetriebe bei 28 290 Franken.

Im Mazda 3 sitzen vorwiegend Männer, vielleicht verheiratet und mit Kindern, die sich die Freude am Fahren nicht nehmen lassen, aber keine Gedanken an Prestige verschwenden. Schlicht ein sympathisches Auto eben.

Sportlich-dynamische Sitzposition, ansprechendes Ambiente. Bild: zvg.

Steckbrief Mazda 3 AWD

Preis ab 37 590 Franken

Zylinder/Hubraum: R4 K.1998 ccm

Leistung: 180 PS / 6000 / min

Drehmoment: 224 Nm  / 3000 / min

Antrieb: AWD, AT 6

0 bis 100 km / h: 8,9 sec

V/max: 214 km / h

Verbrauch gesamt: 6,9 l / 100 km

Verbrauch im Test: 7,3 l / 100 km

CO2-Ausstoss: 135 g / km

Länge / Breite / Höhe:446×180×144 cm

Leergewicht: 1471 kg

Kofferraum: 351–1026 l

Tankinhalt: 51 l Benzin

+ coole Machart, Federung,Handling

– Verbrauch, Raumeffizienz, Bedienung

Aufgefallen: Irgendwie Old School, irgendwie gut.

Jürg Wick