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Zürich West
31.10.2022
02.11.2022 14:14 Uhr

FC Wiedikon kämpft um Spielplatz

Peter Spahni, Juniorenobmann des FC Wiedikon
Peter Spahni, Juniorenobmann des FC Wiedikon Bild: Karin Steiner
Im Frühling feierte der FC Wiedikon den 100. Geburtstag. Doch die Freude ist getrübt von Platzproblemen. Viel Trainingsraum für die 25 Nachwuchsteams ist wegen Pavillons verloren gegangen und die Wiesen sind oft gesperrt.

Karin Steiner

In den 100 Jahren seines Bestehens ist der FC Wiedikon stetig gewachsen. Von den 31 Mannschaften spielen 25 im Nachwuchsbereich. «Inzwischen haben wir auch 5 Mädchenmannschaften», sagt Juniorenobmann Peter Spahni. Er ist seit 1958 Mitglied des FC Wiedikon, hat damals als Junior angefangen und ist heute für die Spielpläne der Juniormannschaften zuständig. Und das stellt ihn vor grosse Herausforderungen. Denn den Nachwuchsmannschaften stehen immer weniger Trainingsflächen zur Verfügung.

Pavillons schränken ein

Da ist zum einen die Döltschiwiese, auf der seit diesem Jahr ein Schulpavillon steht, weil das Schulhaus Borrweg umgebaut wird. Der Platz dient Trainings und Spielen im Kinderfussball, ist aber wegen der eingeschränkten Masse nur noch für 9er-Fussball geeignet. Zudem muss der stark beanspruchte Platz bei Regen oft gesperrt werden, und die Lichtverhältnisse sind sehr schlecht, sodass abends keine Trainings mehr stattfinden können. «Würde ein weiterer Schulpavillon folgen, dann wären keine Meisterschaftsspiele im Kinderfussball mehr möglich», sagt Urs Neuenschwander, Marketingleiter des FC Wiedikon.

Kein Licht und oft gesperrt

Ähnlich sieht die Situation im Küngenmatt aus. Auf dem ehemaligen 11er-Fussballplatz steht seit 2015 ein Garderobenprovisorion, 2017 folgte der erste Schulpavillon und dann ein weiterer. Seither sind wegen der eingeschränkten Grösse nur noch Kindertrainings möglich, und mittelfristig dürfte der Platz ganz wegfallen, befürchtet Urs Neuenschwander, weil  er als Bauinstallationsplatz für den geplanten Ersatzneubau der Schulanlage Küngenmatt und die Instandsetzung des GZ Heuried gebraucht werden dürfte.

Weiter stehen für den Kinderfussball seit 2021 die Schulhauswiese «Im Guet», (zwei Trainings pro Woche) und die Schulhauswiese Borrweg (ein Training pro Woche) zur Verfügung. «Aber bei Regen müssen viele Trainings abgesagt werden», so Peter Spahni.

Heimat im Heuried

Der Fussballplatz Heuried ist der einzige 11er-Platz des FC Wiedikon und seit 1970 die Heimat des Clubs. Der seit 2012 beleuchtete Kunstrasenplatz ist fast das ganze Jahr hindurch bespielbar und ist entsprechend bei allen Mannschaften beliebt. Seit Jahren wünscht sich der FC Wiedikon sehnlichst einen zweiten beleuchteten Kunstrasenplatz.

Im Auge hat er das Sportzentrum Heuried. Seit der Erstellung des Neubaus ist im Aussenbereich nur noch ein Eisfeld in Betrieb, die übrige Aussenfläche wird als Parkplatz und Pumptrack zwischengenutzt. «Ich schaue hier oft vorbei, aber ich habe noch nie jemanden auf diesem Pumptrack gesehen», sagt Peter Spahni. 2016 hat der FC Wiedikon erstmals diese Idee beim ­damaligen Betriebsleiter deponiert. Da nichts geschah, schrieb der Vorstand 2018 einen Brief ans Sportamt und 2019 persönlich an Stadtrat Filippo Leutenegger. In der Antwort hiess es: «Derzeit sind vertiefte Abklärungen zur Machbarkeit einer Bogensporthalle im Gange. Nur wenn diese Abklärungen ergeben, dass sich auf dem ehemaligen Eisfeld keine Bogensporthalle realisieren lässt, könnte die Umnutzung der freien Fläche für den FC Wiedikon geprüft werden.»

Auch die SP reichte im Oktober 2019 im Gemeinderat eine schriftliche Anfrage ein bezüglich der Nutzung des frei werdenden Feldes und im Juli dieses Jahres gab es eine Motion der FDP für einen raschen Ausbau der Fussballplätze in den Quartieren. Im Oktober gab es mit einer Information des Sportamtes einen Hoffnungsschimmer: «Das Sportamt ist gewillt, euch spätestens ab nächstem Jahr einen zusätzlichen Kunstrasenplatz für Juniorentrainings zur Verfügung zu stellen», hiess es. «Die Planung ist fortgeschritten und die Realisierung auf gutem Weg.»

Eine wichtige Jugendarbeit

«Wir sind nicht der einzige Fussballclub der Stadt, der mit Platzproblemen zu kämpfen hat», so Peter Spahni. «Fussball boomt mehr denn je.» Gründe für den rasanten Anstieg der Juniorenabteilungen sind einerseits die steigende Bevölkerungszahl und damit verbunden die höhere Nachfrage im Nachwuchsfussball, aber auch die Gründung von Frauenteams und Juniorinnen-Abteilungen. Auf der Warteliste des FC Wiedikon stehen derzeit 70 Buben und 20 Mädchen. «Es ist traurig, wenn wir Kinder vertrösten müssen oder auch wenn wir Trainings absagen müssen, weil die Rasen nicht bespielbar sind», bedauert Peter Spahni.

Fussball ist ein wertvoller Stützpfeiler für die Entwicklung der Kinder und eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Deshalb ist es wichtig, dass die vielen Freiwilligen, welche die Juniorinnen und Junioren ­unentgeltlich trainieren, dies auch einem gut beleuchteten Platz tun können. «Das ehemalige Eisfeld wäre ideal für einen zweiten Kunstrasenplatz», sagt Urs ­Neuenschwander. «Der Platz wäre schnell realisiert und könnte ausserhalb der Trainingszeiten auch von der Bevölkerung genutzt werden.»

Karin Steiner