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Stadt Zürich
15.11.2022
17.11.2022 09:26 Uhr

Wenn der Nachwuchs an der ETH Wissenschaftsluft schnuppert

In der Fabrikation des Departements Physik auf dem Campus Hönggerberg wurden die Kinder von Lernenden instruiert. Rechts Isabella Klamet.
In der Fabrikation des Departements Physik auf dem Campus Hönggerberg wurden die Kinder von Lernenden instruiert. Rechts Isabella Klamet. Bild: Pia Meier
310 Kinder hatten sich am nationalen Zukunftstag im Physikgebäude der ETH Hönggerberg versammelt. Das Interesse war auch dieses Jahr gross. Mit dabei auch Isabella Klamet, die Gewinnerin eines Wettbewerbs dieses Internetportals.

Die Kinder im Foyer des Physikgebäudes wurden nach dem Frühstück mit einer Einführung über die ETH begrüsst. Albert Einstein, den berühmten Schüler der ETH, kannten wohl alle. An der ETH wird geforscht und studiert. Welche Forschung es unter anderem gibt, erzählte Jennifer Wadsworth, Astrobiologin. Es gibt aber auch 3106 technische und administrative Mitarbeitende sowie 171 Lernende an der ETH. So kann man dort das eidgenössische Berufsattest (EBA) oder das eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) erlangen. Es gibt an der ETH insgesamt 15 Berufslehren wie zum Beispiel Elektroniker/in, Fachmann/Fachfrau Betriebsunterhalt, Informatiker/in, Kauffrau/Kaufmann, Konstrukteur/in, Laborant/in und viele mehr.
Am nationalen Zukunftstag konnten die Kinder zwischen 10 und 13 Jahren verschiedene Departemente, Infrastrukturbereiche, Institute und Abteilungen der ETH auf dem Campus Hönggerberg und im Zentrum besuchen. Unter den 310 anwesenden Kindern waren solche, deren Eltern an der ETH arbeiten, und solche ohne direkten Bezug zur ETH. Unter Letzteren war auch Isabella Klamet, die Gewinnerin des Wettbewerbs auf diesem Webportal.

Schlüsselring und Taschenlampe

Verschiedene Departemente, Institute, Infrastrukturbereiche und Abteilungen der ETH nahmen auch dieses Jahr an diesem besonderen Anlass teil. Insgesamt wurden 19 Programme an der ETH Hönggerberg und Zentrum angeboten. Die bei den Kindern beliebtesten Programme waren «2D-Games programmieren», «Robotik – wie eine Maschine zum Leben erweckt wird» und «Game Design – Ein Blick hinter die Kulissen von Videospielen und Mobile Games». Isabella nahm aber mit einer Gruppe anderer Kinder am Programm «Coole Technik – heisse Berufslehren am Departement Physik» teil. Dort gaben Lernende des Departements Physik einen Einblick in ihre Tätigkeiten als Elektroniker, Konstrukteur, Physiklaborant und Polymechaniker. Es ist Isabella allerdings schon jetzt klar, was sie werden will. «Ich will Pferdefachfrau werden», betonte sie. Hat sie denn ein eigenes Pferd? «Nein, noch nicht, aber hoffentlich bald.» Zuerst wurde die Gruppe Kinder zum Konstrukteur geführt. Dieser erläuterte ihnen, wie er auf dem Computer einen von Forschenden gewünschten Gegenstand konstruiert. Das faszinierte die Kinder, und schon fragte ein Bub nach einem Quantencomputer. Nein, einen solchen habe man im Konstruktionsbüro nicht. Nebenan in den Forschungslabors werde aber intensiv daran geforscht und man verspreche sich in Zukunft viel davon. Quantencomputer seien noch viel besser und schneller als die gängigen Computer.
Die Kinder erfuhren, dass sie eine Taschenlampe und einen Schlüsselring herstellen würden. In der Fabrikation ging es zackig voran. Sie konnten zusehen, wie das Gehäuse der Taschenlampe fabriziert wird, wie man dieses bohrt, wie man es schleift und vieles mehr.
Unter Anleitung von Lernenden konnten die Kinder, ausgerüstet mit Schutzbrillen, selber Hand anlegen, was ihnen viel Freude machte. Auch bei der Herstellung des Schlüsselrings war der Ablauf klar strukturiert. Nichts konnte schiefgehen und alle Kinder gingen ausgerüstet mit Taschenlampe und Schlüsselring zur Elektronik. Schliesslich sollte die Taschenlampe auch noch leuchten.
Es war nicht ganz einfach, die kleinen Elektronikteile am richtigen Ort hinzulöten. Aber mit Unterstützung von Mitarbeitenden schafften es alle. Es war auch nicht für alle eine Premiere. «Ich weiss, wie es geht, denn ich habe schon gelötet», meinte ein Mädchen bestimmt. Die Kinder hatten auch keine Zweifel, dass die Taschenlampe funktionieren würde.

Berufsziel bleibt klar ...

Alle gefragten Kinder betonten, dass sie den Anlass interessant fanden, auch Isabella. Will sie nicht doch an der ETH eine Lehre machen? «Nein, mein Berufsziel ist klar», sagte sie überzeugt.
Abgeschlossen wurde der nationale Zukunftstag mit einem gemeinsamen Mittagessen an der ETH Hönggerberg.

Pia Meier