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Stadt Zürich
17.11.2022
16.11.2022 07:58 Uhr

«Insulin für die Ukraine» braucht weiterhin Unterstützung

In der Ukraine braucht man diabetische Hilfsgüter nach wie vor dringend.
In der Ukraine braucht man diabetische Hilfsgüter nach wie vor dringend. Bild: zvg.
Am 12. Mai 2022 haben wir von der Gründung des Vereins «Insulin für die Ukraine» in Hottingen berichtet. Vieles ist seither passiert. Der ursprüngliche Plan hat kriegsbedingt nicht funktioniert, anderes dafür schon. Vereinspräsidentin Andrea Dinevski, Typ-1-Diabetikerin, weiss, wovon sie spricht.

Andrea Dinevski

Alles war bereit am 21. Mai, die Hilfsgüter gepackt, der Transport von Zürich an die polnisch-ukrainische Grenze und von dort bis Charkiw organisiert. Das wichtigste Gut waren die 500 Insulin-Pens. Kurz nach Ausbruch des Krieges gab es in der Ostukraine kaum mehr Insulin. Ein grosses Vorratsdepot war gleich bei Kriegsbeginn zerstört worden, gezielte Angriffe auf Spitäler trugen zur Verknappung bei. Typ-1-Diabetiker können ohne Insulin nicht überleben. Zwei Tage vor Reisebeginn brach unsere Verbindung nach Charkiw ab. Die Arztpraxis – Destination für unsere Lieferungen – war getroffen, es gab keinen Kontakt mehr. Über das Netzwerk «Medicine Warriors» und die Stiftung «Fundacja dla Dzieci z Cukrzyca» in Warschau gelang es, neue Kontakte nach Saporischschja und Odessa zu knüpfen. Am 31. Mai verliess das erste Hilfspaket auf Umwegen die Schweiz. Es kam am 23. Juni in Saporischschja an. 500 Insulin-Pens, 20 Messgeräte und 2000 Teststreifen konnten an Familien mit Typ-1-Kindern übergeben werden. Auch in Odessa traf wenig später das erste Paket von «Insulin für die Ukraine» ein.
Lieferung von diabetischen Hilfsgütern geht weiter
Seither konnte der Verein «Insulin für die Ukraine» acht Pakete in die Ukraine schicken. Die Insulinversorgung ist jetzt durch das IKRK und die Pharmaindustrie sichergestellt. Dinge wie Messgeräte, Teststreifen, Nadeln, Spritzen und Sensoren jedoch sind nach wie vor Mangelware und sind horrend teuer. Familien mit Typ-1-Kindern haben kaum Zugang. Das riesige Problem: Eine richtige Behandlung des Typ-1-Diabetes ist ohne diese Hilfsmittel unmöglich. Aus diesem Grund wird der Verein die Lieferungen weiterführen, bis sich die Situation verbessert hat.
Verein sucht nun Gastfamilien für Typ-1-Flüchtlingsfamilien
Die verheerenden Angriffe auf die zivile Infrastruktur verschlechtern die Situation der Bevölkerung in der Ost- und der Südukraine täglich. Der nahende Winter droht für Menschen mit einem Handicap zur tödlichen Falle zu werden. In Regionen wie Saporischschja, Charkiw oder Odessa haben Typ-1-Diabetiker, ganz besonders Kinder, schlechte Karten, den Winter zu überleben. Sie müssen immer wieder in den Luftschutzkellern Schutz suchen. Dort sind die hygienischen Bedingungen miserabel, zudem ist es kalt, feucht und dunkel. Wahnsinnig schwierig, hier den Blutzucker zu messen und Insulin zu spritzen. Auch gibt es nicht das Richtige zu essen. Viele Kinder erkranken, was die Behandlung des Diabetes noch komplizierter macht. Für den Verein «Insulin für die Ukraine» ist klar, dass Familien mit Typ-1-Kindern den Winter ohne Heizung und Strom nicht in der Ukraine verbringen können. Für sie sucht der Verein Unterkünfte. Ideal wären Gastfamilien oder Gastpersonen, die über Erfahrung mit der Krankheit verfügen, selber

Typ-1-Diabetiker sind oder ein Typ-1-Kind haben. Selbstverständlich ist das keine Voraussetzung. Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, die Möglichkeit haben, ein ukrainisches Typ-1-Kind mit seiner Mutter zu beherbergen, wären wir sehr glücklich über Ihre Kontaktaufnahme. Die Zeit drängt.

Darum gehts:
Wir und die Menschen mit Typ-1-Diabetes aus Saporischschja, Odessa und Charkiw danken für Ihre Unterstützung! Helfen Sie mit, ihren Geschichten ein Happy End zu geben.

Kontakt:
Verein «Insulin für die Ukraine»
Andrea Dinevski
Steinwiesstrasse 32
8032 Zürich
andrea.dinevski@ifdu.ch
079 623 93 45

www.ifdu.ch
Spendenkonto:
IBAN CH43 0873 3045 6220 9411 4



Andrea Dinevski