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18.01.2026

Maur: Loorensaal lottert

Das Loorensaalgebäude in der Gemeinde Maur befindet sich in einem suboptimalen Zustand.
Das Loorensaalgebäude in der Gemeinde Maur befindet sich in einem suboptimalen Zustand. Bild: Thomas Renggli
Eine falsch gestellte Uhr, ein maroder Rollladen: Als repräsentatives Gebäude der Gemeinde Maur taugt der Loorensaal derzeit nicht. Ein Blick in die Zürcher Agglomeration.

«Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.» Diese Worte stammen von Albert Einstein. Hätte der Jahrhundertwissenschaftler in der Gemeinde Maur das Looren-Schulhaus besucht, wäre er möglicherweise in ein Dilemma geraten.

Acht Minuten zu spät

Hier lebt man in der Vergangenheit – zumindest im übertragenen Sinne. Die grosse Uhr am Loorensaalgebäude hinkt der Zeit hinterher. Nicht um Tage oder Wochen, sondern um acht Minuten.

Mehr als ein Wimpernschlag des Alltags

Man könnte nun sagen, dies sei ein Wimpernschlag des Alltags und eine Bagatelle im Dorfleben. Weit gefehlt: Für Schülerinnen und Schüler können wenige Minuten weitreichende Konsequenzen haben. An der Schule Maur gibt es für Zuspätkommen einen Eintrag – ausserdem wird Unpünktlichkeit mit Frühschule geahndet. Oder mit anderen Worten: Wer zu spät kommt, muss danach aus edukativen Gründen um 7.00 Uhr antraben. Vorsitzen nennt sich dies.

Viele Fragen, keine Zuständigkeit

Bleibt die Frage: Weshalb geht die Looren-Uhr falsch? Und weshalb hat diese – seit Wochen – niemand korrigiert? Kein Abwart, keine Lehrerin, kein Mitglied der Schulpflege oder der Gemeindeverwaltung? Oder anders gefragt: Wer fühlt sich für den Zustand des Loorensaalgebäudes eigentlich zuständig? In einem Land, das für sich die ultimative Pünktlichkeit beansprucht und die berühmtesten Uhren der Welt produziert, wäre rasches Handeln eigentlich selbstverständlich.

Eile mit Weile

Doch in der Looren heisst es offenbar auch sonst: Eile mit Weile. Anders lässt sich kaum erklären, weshalb auch der Fensterladen am Loorensaalgebäude den Eindruck hinterlässt, als sei ein Orkan über die Gemeinde gezogen.

Aber vielleicht sind diese Hinweise ja nur Ausdruck schweizerischer Kleinkariertheit. Möglicherweise strebt man in Maur nach dem grossen Wurf – etwa nach der Umsetzung des Masterplans Looren. Bis es so weit ist, wäre allerdings schon viel gewonnen, wenn sich jemand um die kleinen, sichtbaren Dinge kümmern würde. Oder wie es Konfuzius ausdrückte: «Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die grossen Vorhaben zum Scheitern.»

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