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Kanton Zürich
19.09.2022
16.09.2022 13:52 Uhr

Weniger Studierende an Uni und ETH

Nach den Pandemiejahren wird an der Universität Zürich im Herbstsemester 2022 wieder primär vor Ort studiert. (Archivbild)
Nach den Pandemiejahren wird an der Universität Zürich im Herbstsemester 2022 wieder primär vor Ort studiert. (Archivbild) Bild: KEYSTONE/WALTER BIERI
Zum Start des Herbstsemesters 2022 sind an der Universität Zürich gemäss provisorischen Zahlen mit 27'800 Personen rund ein Prozent weniger als vor einem Jahr eingeschrieben. An der ETH haben im Vergleich zum Vorjahr sieben Prozent weniger Studierende ein Studium begonnen.

An der Universität Zürich geht die Zahl der Studierenden auf Bachelorstufe von 14'731 auf 14'300 zurück, wie die Universität am Donnerstag mitteilte. Leicht gesunken ist auch die Zahl der Doktorierenden: Waren letztes Jahr 5659 Personen im Doktorat, sind es dieses Semester knapp 5300.

Auf Masterstufe werden im Herbstsemester 2022 hingegen mehr Personen verzeichnet; es werden rund 7700 Personen immatrikuliert sein gegenüber 7229 im Jahr 2021. Rund 500 Personen sind im Lehrdiplom immatrikuliert.

Frauenanteil steigt leicht

Der Frauenanteil steigt ein weiteres Mal leicht an. Er beträgt neu 59,1 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte). Vor allem die Medizinische, Rechtswissenschaftliche und die Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät verzeichnen mehr Studentinnen als im Vorjahr.

Im Herbstsemester 2022 wird an der Universität Zürich nach den Pandemiejahren wieder weitgehend vor Ort studiert. Das Studium werde aber durch verschiedene digitale und hybride Unterrichtsformen ergänzt. «Der durch die Pandemie ausgelöste digitale Aufschwung wird also gezielt weiter genutzt», hält die Uni fest.

Die ETH Zürich verzeichnet unter anderem einen Rückgang an Studierenden bei den Bauwissenschaften und Umweltwissenschaften. (Archivbild) Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Leichte Abnahme an der ETH

Auch die ETH hat die Studierendenzahlen gemeldet und registriert eine leichte Abnahme. Während der Coronapandemie hätten viele Maturandinnen und Maturanden auf ein sogenanntes Zwischenjahr verzichtet, teilte die ETH Zürich am Freitag mit. Stattdessen hätten sie direkt nach der Matur ein Studium begonnen, was sich auf die Anzahl der Neueintritte ausgewirkt habe.

Die 3319 neuen Bachelor-Studierenden von 2021 seien darum eher ungewöhnlich hoch. Mit knapp 3100 Neueintritten habe sich die Lage nun wieder normalisiert.

Weniger Klimawissenschaftler

Auffallend ist der Rückgang bei den Studiengängen in den Bereichen Gesundheit und Nachhaltigkeit, was angesichts der gesellschaftlichen Trends auch die ETH-Verantwortlichen erstaunt. Um rund 15 Prozent fielen die Zahlen etwa bei den Klimawissenschaften oder den Lebensmittelwissenschaften. Am stärksten ist der Rückgang bei den Bauwissenschaften mit gut 23 Prozent.

Einen Aufschwung verzeichnet die ETH hingegen bei «Klassikern» wie Chemie und Physik. Diese konnten um 25 und 12 Prozent zulegen. Am beliebtesten bleiben an der ETH Maschineningenieurwissenschaften und Informatik. 529 beziehungsweise 424 Studierende haben sich neu dafür eingeschrieben.

Angebot für Ukrainer

Einen äusserst starken Zuwachs verzeichnete die ETH 2021 bei den ausländischen Immatrikulationen (+19 Prozent). Gemäss Mitteilung war dies auf Auswirkungen der Corona-Pandemie wie Reisebeschränkungen in den USA zurückzuführen. In diesem Jahr habe sich die Lage normalisiert. Vor allem aus dem asiatischen Raum würden sich aber weiterhin viele Bewerberinnen und Bewerber melden.

Ein besonderes Programm bietet die ETH in diesem Jahr für ukrainische Studierende an. Ein Dutzend Studentinnen und Studenten aus dem kriegsversehrten Land beginnen ein Brückenstudium von einem oder zwei Semestern in Zürich. Mit diesem neuen Angebot können sie Kreditpunkte, aber keinen Studienabschluss erreichen.

Herbstsemester 2022

Semesterdauer: 
1. August 2022 bis 31. Januar 2023

Lehrveranstaltungen: 
19. September 2022 (Woche 38) bis 23. Dezember 2022 (Woche 51)

Keystone-SDA / toh.