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Stadt Zürich
26.09.2022
25.09.2022 09:03 Uhr

Auch Tüpfelhyänen können herzig sein

Die fünfjährige Tesi behütet ihr Junges, das am 13. September 2022 geboren wurde.
Die fünfjährige Tesi behütet ihr Junges, das am 13. September 2022 geboren wurde. Bild: Zoo Zürich, Fabio Süess
Bei den Tüpfelhyänen hat es Nachwuchs gegeben: Tesi hat am 13. September ein Junges geworfen. Zurzeit ist das Kleine meist noch im Hintergrund, doch seine Mutter hat es auch schon in die Aussenanlage getragen, wo es Besucherinnen und Besucher sehen konnten.

Vor ein paar Wochen haben wir auf diesem Portal die Tüpfelhyänen als Parias der Raubtierwelt vorgestellt. Nun ist ein herziges Jungtier zu bestaunen, das dem ramponierten Image der Tierart vielleicht ein wenig Besserung verschafft. 

Am 12. September hatte Weibchen Tesi (5) vermehrt die Wurfbox aufgesucht, ein Hinweis darauf, dass eine Geburt bevorstand. Einen Tag darauf gebar sie erfolgreich. Hyänen bekommen meist Zwillinge, einzelne Jungtiere sind aber ebenfalls häufig. Männchen Masangao (8) ist im Moment noch von den anderen Hyänen getrennt, später wird es wieder mit seiner Familie zusammengelassen.

Gemeinsame Aufzucht der Jungtiere

In ihrer Heimat Afrika verbringen die Jungtiere die ersten zwei bis fünf Wochen nach der Geburt in einem separaten Bau, getrennt von der Gruppe. Danach ziehen sie in einen Gemeinschaftsbau. Hier leben sie zusammen mit bis zu dreissig Jungtieren von anderen Weibchen. Mit acht bis zwölf Monaten verlassen sie den Gemeinschaftsbau. Danach folgen sie der Gruppe vermehrt auf Streifzüge.

Kritische erste Wochen

Die weiblichen Tüpfelhyänen besitzen einen sogenannten Pseudopenis. Da Jungtiere durch diesen Pseudopenis hindurch geboren werden, kommt es vor allem bei jungen erstgebärenden Weibchen häufig zu Totgeburten. Auch nach der Geburt kommt es in den ersten Wochen immer wieder zu Todesfällen. Bei unerfahrenen Müttern wie Tesi besteht leider ein grösseres Risiko, dass das Jungtier nicht überlebt.

Tobias Hoffmann