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Besserstellung von Kitas in der Stadt Zürich

Claudia Rabelbauer
Claudia Rabelbauer Bild: (zvg.)
Das Sozialdepartement hat zusammen mit Kita-­Vertretern, dem VPOD (Schweizerischer Verband des Personals öffentlicher Dienste) und dem Krippenverband Kibesuisse ein Massnahmepaket ausgearbeitet zur Besserstellung von Kitas in der Stadt Zürich. Der Normkostensatz für einen subventionierten Platz soll angehoben und den Mitarbeitern im Gegenzug ein Teuerungsausgleich gewährt werden. Aber reicht das aus, um die junge Branche qualitativ zu entwickeln?

Kitas werden in der Stadt Zürich nicht direkt subventioniert, sondern es sind die Eltern, die einen einkommensabhängigen Beitrag an die Betreuungskosten bekommen. Dieser Beitrag wird aber nicht den Eltern direkt ausbezahlt, zum Beispiel in Form eines Betreuungsgutscheines, sondern er wird an die Kita ausgerichtet, die den Eltern eine entsprechend günstigere Rechnung stellt.

Die Stadt gibt den Kitas jedoch vor, wie hoch der Betreuungsbeitrag an die Eltern ausfallen darf. Dieser Normkostensatz definiert die maximale Höhe des Elternbeitrages für einen subventionierten Platz. Dieses Preisdiktat empfinden viele Kitas als einen doch erheblichen Eingriff in die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit, zumal über 95% der Kitas privat geführt sind und sie somit auch das Geschäftsrisiko selber tragen müssen.

Der Normkostensatz von aktuell 121 Franken reicht nicht aus, um attraktive Rahmenbedingungen fürs Personal zu gewähren, entsprechend hoch ist die Personalfluktuation. Zudem rechnete das Sozial­departement beim aktuellen Normkostensatz mit einer Auslastung der Kitaplätze von 90%, was aber nicht realistisch ist.

Im August verlassen ein Drittel der Kinder die Kita, weil sie in den Kindergarten wechseln. Diese Plätze können aber nur sukzessive mit neuen Kindern belegt werden. Es gibt auch Betreuungstage, die weniger beliebt sind, wie zum Beispiel der Freitag, der nur selten voll belegt ist. Neu rechnet das ­Sozialdepartement mit einer Auslastung von 84% und erhöht entsprechend den Normkostensatz ab 2023 auf 131.20 Franken. Im Gegenzug haben sich Vertreter von Kitas, VPOD und Kibesuisse darauf geeinigt, dem qualifizierten Kitapersonal einen Teuerungsausgleich von 2,5% zu gewähren. Auch die Mindestlohnvorgaben werden entsprechend angehoben. Zudem ist das Sozialdepartement bereit, weitere Beiträge für Weiterbildungen im Säuglingsbereich und die Mitfinanzierung der HF-Ausbildung zu unterstützen.

Diese Bemühungen des Sozialdepartements gehen in die richtige Richtung. Trotzdem bleibt noch viel zu tun, um die junge Kitabranche nachhaltig qualitativ zu entwickeln, auch um dem akuten Fach­kräftemangel entgegenzuwirken.

In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben Volksvertreterinnen und -vertreter regelmässig einen Beitrag. Alle im Stadtparlament vertretenen Parteien bekommen hierzu regelmässig Gelegenheit. Die Schreibenden ­äussern im Beitrag ihre persönliche Meinung.

Claudia Rabelbauer, Gemeinderätin EVP, Wahlkreis 9