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09.11.2022
09.11.2022 17:47 Uhr

Schweizer Damen-Nati in der Sportanlage Au

Coumba Sow, der Fussballstar aus Oerlikon, spielt aktuell beim FC Paris.
Coumba Sow, der Fussballstar aus Oerlikon, spielt aktuell beim FC Paris. Bild: Lorenz Steinmann
Am Dienstagnachmittag trainierte das Schweizer Nationalteam der Frauen in der Sportanlage Au beim Glattpark in Zürich-Nord und bereitete sich auf ihr Spiel am Freitag vor. Die Frauen scheinen sich hier wohlzufühlen, wobei einige richtigen Rasen bevorzugen.

Rahel Köppel

«Think fast, think fast!», hört man den Trainer der Schweizer Nationalmannschaft der Frauen am späten Dienstagnachmittag rufen. Auf dem Fussballplatz der Sportanlage Au in Glattbrugg bereitet Nils Nielsen die Spielerinnen auf ihr nächstes Länderspiel gegen Dänemark vor, welches am Freitag in der Wefox Arena in Schaffhausen stattfindet. Ist der Match auch für die Mannschaft selbst nicht von grosser Wichtigkeit, hat er doch eine spezielle Bedeutung: Es wird das letzte Spiel mit Trainer Nils Nielsen sein. Dieser geht nämlich zurück zu seiner ­Familie nach Dänemark.

Spielen auf einem Kunstrasen

Einige Zuschauerinnen und Zuschauer haben sich versammelt, um den Frauen beim Trainieren zuzusehen. Zweimal düst ein Flugzeug über den Platz, die Spielerinnen lassen sich jedoch davon nicht ablenken. Fokussiert bereiten sie sich auf ihr nächstes Spiel vor. Wie am Freitag in Schaffhausen ist auch der Rasen in der Sportanlage Au künstlich. Auch ein solcher Rasen erfordert Pflege. Alle drei Wochen muss Platzwart Markus Biber den Rasen bürsten, damit er nicht platt gedrückt ist. «Würde man das nicht machen, würden die Bälle nicht mehr richtig rollen, und das Spielgefühl wäre nicht mehr gut», so erklärt er.

Die Schweizer Frauen-Nati hat sich Anfang Oktober für die WM 2023 in Australien und Neuseeland qualifiziert, wo sie gegen die Philippinen, Co-Gastgeber Neuseeland und gegen Norwegen antreten werden. «Alleine schon, dass wir uns für die WM qualifizieren konnten, ist überhaupt nicht selbstverständlich», sagt Mediensprecher Dominik Erb. Er wünscht sich etwas mehr Aufmerksamkeit für die Fussballteams der Frauen. «Spiele in grossen Stadien sind leider meist immer noch eine Ausnahme, und auch die Medien schenken uns nicht immer Beachtung», bedauert er. Zudem seien die Zürcher Frauen momentan deutlich besser unterwegs als die Männer, fügt er schmunzelnd an. Es habe sich aber in den letzten Jahren doch schon viel getan, auch beispielsweise mit den Beiträgen im Schweizer Fernsehen.

 

  • Auf dem Kunstrasen wurde 90 Minuten lang trainiert. Bild: ls.
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  • Natitrainer Nils Nielsen gibt am Freitag im Spiel gegen Dänemark seine Abschiedsvorstellung. Er kehrt in seine Heimat zurück - Dänemark! Bild: ls.
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  • Trainiert wurde mit und ohne Ball, am Schluss mit "Mätchli" und sichtbarer Freude. Bild: ls.
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  • Auch Laufeinheiten standen auf dem Programm Bild: ls.
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  • Ramona Bachmann, eine der langjährigen Teamstützen. Bild: ls.
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  • Gelegentliche Flugzeuge wie dieser A340 vermochten das Training nicht zu stören. Bild: ls.
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  • Der Sportplatz Au schien den Spielerinnen wie auch den Fans zu gefallen. Vom Verband verteilte Trikots mit Unterschriften der Spielerinnen waren im Nu weg. Bild: ls.
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  • Auch Nati-Trainer Nils Nielsen war gefragter Unterschriftengeber. Bild: ls.
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  • Unsere Reporterin Rahel Köppel im Interview mit Coumba Sow. Bild: ls.
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«Ich habe schon mal hier trainiert»

Abgeschlossen wird das Training mit ­einem «Mätchli». Das Wetter meint es gut mit den Sportlerinnen und zeigt den Abendhimmel in seinen schönsten Farben. Im Anschluss gibt es für die Fans noch Trikots, Stirnbänder, Fotos und Autogramme, bevor sich die Frauen dann wieder auf den Weg zum Mannschaftsbus machen. Wie gefällt es den Spielerinnen auf dem Fussballplatz der Sportanlage Au? Coumba Sow, Spielerin beim FC Paris und ursprünglich aus Zürich-Oerlikon, fühlt sich wohl. «Ich habe hier früher schon mal trainiert, als ich noch in der Gegend wohnte», erzählt sie. «Es ist ein guter Kunstrasen.» Jedoch spiele sie lieber auf richtigem Rasen. «Ich bin ja doch schon etwas älter», meint die 28-Jährige, «und für die Gelenke und den Rücken ist Kunstrasen weniger angenehm als ein echter.» Trotzdem eigne sich ein künstlicher Rasen sehr gut für das Fussballspielen, da der Ball besser und schneller rollt.

Von der Gegend selbst bekommen die Spielerinnen jeweils nicht sehr viel mit. «Wir sind meist entweder am Trainieren, haben Medientermine oder Teamanlässe», erzählt die Zürcherin. «Je nach Corona-Situation kommen uns unsere Familien im Hotel besuchen», fügt sie lächelnd an. Es sei aber nicht wie ein Gefängnis, man könne auch gut mal nach draussen  und zum Beispiel einen Spaziergang machen. Momentan wohnen die Frauen im Hotel Allegra, das sich, gut gelegen, gleich beim Bahnhof Kloten befindet.

Vorfreude auf den Match

Für das Spiel gegen Dänemark ist Coumba Sow zuversichtlich. «Wir haben momentan eine sehr gute Dynamik, auch vom letzten Spiel noch», sagt sie. «Dadurch sind wir auch gelassener und freuen uns jetzt einfach auf das Spiel und vor allem auf die Zeit, die wir mit Nils noch geniessen dürfen.»

Rahel Köppel