Bei Notfällen wie einem verstopften Abfluss vertrauen viele auf die erstplatzierten Google-Treffer. Genau das nutzen Betrüger aus. Auch in Zürcher Gemeinden wie Maur melden Betroffene immer häufiger überrissene Rechnungen und massive Pfuscharbeit durch sogenannte Fake-Handwerker.
Callcenter im Ausland
Die Einsätze werden laut Zürcher Staatsanwaltschaft von einem Callcenter in Marokko gesteuert. Die Telefonnummern wirken schweizerisch, tatsächlich landen die Anrufe im Ausland. Von dort werden meist ungelernte Arbeiter aufgeboten, die unter starkem finanziellen Druck stehen.
Die Kosten explodieren
Vor Ort drängen die Handwerker auf eine Unterschrift vor Arbeitsbeginn. Aus angekündigten Kurzeinsätzen werden stundenlange Arbeiten mit mangelhaften Resultaten. Die Nachbesserung durch seriöse Betriebe kostet Betroffene oft ein Vielfaches.
Hunderttausende Franken ergaunert
Ein 26-jähriger Deutscher machte im Kanton Zürich mit 1350 Einsätzen fast 800’000 Franken Umsatz, rund die Hälfte davon gilt als Wucher. In einem Fall verlangte er für einen halbstündigen Einsatz 502 Franken statt der angekündigten 159 Franken.
Gericht greift durch
Das Bezirksgericht Zürich verurteilte den Mann Mitte Dezember wegen gewerbsmässigen Wuchers zu 18 Monaten Freiheitsstrafe. Zudem wurde er für fünf Jahre des Landes verwiesen. Die Ermittlungen gegen weitere Beteiligte laufen.