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Schweiz
05.01.2026

Sternsinger für Politpropaganda missbraucht

Sternsinger dürfen nicht für politische Zwecke missbraucht werden.
Sternsinger dürfen nicht für politische Zwecke missbraucht werden. Bild: Linth24
Ein Flyer zur Konzernverantwortungsinitiative sorgt in Schmerikon für Ärger: Kinder wurden beim Sternsingen politisch instrumentalisiert.

Ein Bürger aus Schmerikon meldet sich empört zu Wort. Sein Vorwurf: Kinder, die im Dorf als Sternsinger unterwegs sind, haben auf ihrer Tour zugleich Flyer für die Konzernverantwortungsinitiative verteilt. Dies im Auftrag der Unterzeichnenden Parteien SP und Grüne, sowie Claro Weltladen, die evangelische Kirchgemeinde Uznach und die Seelsorgeeinheit Obersee. Besonders pikant findet der Bürger, dass es sich um eine Aktion im kirchlichen Rahmen handelt. Er schreibt, dass Kinder für politische Zwecke eingespannt würden, sei «unglaublich».

Politische Unterstützung tabu

Brisant wird der Fall auch aus kirchlicher Sicht. Ein Kirchenvertreter aus Rapperswil-Jona, den Linth24 zum Thema befragt hat, teilt die Kritik. Seine Einschätzung ist deutlich: Parteipolitische Initiativen zu unterstützen – oder auch nur den Eindruck davon zu erwecken – sei nicht Aufgabe der Kirche. Kirchenrechtlich sei die Lage klar. Die Kirche dürfe sich zu ethischen und sozialen Fragen äussern, etwa zu Gerechtigkeit oder Menschenwürde. Eine aktive Unterstützung von politischen Kampagnen oder Initiativen sei jedoch tabu. Die parteipolitische Neutralität sei Voraussetzung für Glaubwürdigkeit – und für die Rolle als Kirche für alle.

Grenze überschritten

Besonders heikel ist aus Sicht des Kirchenvertreters der Einbezug von Kindern. Sternsinger stünden unter einem besonderen Schutzauftrag. Kinder dürften nicht Teil politischer Auseinandersetzungen werden. Hier sei eine klare Grenze überschritten worden. Unabhängig davon, wie man zur Konzernverantwortungsinitiative stehe, so der Kirchenvertreter, sei die Vermischung von religiöser Tradition, Kinderengagement und politischer Botschaft problematisch. Genau das sorgt nun für Unmut.

Markus Arnitz
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